>Rezension< Was die Spiegel wissen von Maggie Stiefvater

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Originaltitel: Blue Lily, Lily Blue

Autor: Maggie Stiefvater

Gebundene Ausgabe: 448 Seiten

Verlag: Loewe (21. September 2015)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3785583303

ISBN-13: 978-3785583302

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren


Preis: 18,95 €

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Die Suche nach dem walisischen König Glendower hat trotz vieler Fortschritte noch immer kein Ende gefunden. So ist es für Blue und die Raven Boys nach wir vor das höchste Ziel diese Mission zu Ende zu bringen. Vor dem Hintergrund der Gunst, die Glendower ihnen angeblich erweisen muss, nachdem sie ihn geweckt haben, tun sich einige Hürden auf. Eine Vision, die drei Schlafende in Cabeswater zeigt, wovon einer keinesfalls geweckt werden sollte, stellt sich als beinahe nicht abgrenzbar dar. Auch der Fluch, der auf Blue lastet und ihre große Liebe mit dem ersten Kuss töten soll rückt in den Fokus. Ihre Gefühle für Gansey werden stärker, doch sie muss sich ihnen widersetzen, sonst könnte es seinen sicheren Tod bedeuten.
Ob die gefährliche Liebe oder die Suche nach Glendower letztendlich das Ende von Gansey bedeutet ist ihr dennoch nicht klar. Zwischen uralten Geheimnissen, Flüchen und mysteriösen Prophezeiungen müssen Blue und ihre Jungs entscheiden, welcher der richtige Weg ist. Dabei scheint der magische Wald Cabeswater eine tragende Rolle zu spielen und das Geschehen zu lenken.  

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Der Schreibstil der Autorin bleibt unumstößlich einzigartig und genial. An Authentizität ist Maggie Stiefvater einfach nicht zu übertreffen. In dieser überwiegend sehr magischen Handlung vermag sie es wie bereits in den Vorgängern genau die richtigen Worte zu wählen und alles zum Leben zu erwecken. Die vorwiegend unheilvollen und düsteren Schauplätze konnten schon allein durch den Stil perfekt vor meinem inneren Auge verwirklicht werden. Sie bedient sich einer Art Detailreichtum, den ich in dieser Form bei kaum einem Autor bisher finden konnte. Genau diese Eigenschaften machen jede ihrer Geschichten sowohl einzigartig als auch zu einem intensiven Leseerlebnis.

Die Geschichte passt sich ein wenig an die nun vorherrschende Jahreszeit an. Der Herbst steht für Verfall und so zeichnet sich auch die Geschichte noch etwas beklemmender ab als bereits in den Vorgängern. Der Tod ist allgegenwärtig und seine Hintergründe geistern in fast allen Köpfen der Hauptcharaktere herum. Das erzeugte die stetige Spannung, die dieser Geschichte schon in den ersten Zügen anhaftete. Der Einstieg ist mir diesmal sehr schwer gefallen und der Schleier über meinen Erinnerungen wollte sich auch nur langsam heben. Es gab relativ wenige Rückblicke, was ich in Band 2 noch so gemocht habe und der Handlungsstrang wirkte lange Zeit sehr träge auf mich. Als ich dann so langsam richtig in die Geschichte gleiten konnte, war ich schon sehr weit über die Hälfte hinaus. In der Haupthandlung taten sich viele interessante neue Dinge auf, die einige Charaktere einschlägig in Anspruch nahmen. Auch hier faszinierte mich die unheilvolle Atmosphäre in jeder Faser, da sie nicht wirklich in Angst und Schrecken mündete, sondern eher eine Art Zweckmäßigkeit auf dem Weg zum Ziel darstellte. Die magische, in esoterische Richtung driftende Grundstimmung konnte dabei noch einen Zugewinn leisten, wenngleich mir einige Passagen so langsam in eine zu extreme Richtung rutschten. Genau dieser Aspekt wirkte zeitweise einfach zu verwirrend, von wahnsinnig wichtigen Prophezeiungen und deren Deutung über sonderbare Vorahnungen bis hin zu überdrehten Geschehnissen begegnet uns in diesem Band alles. Was in den beiden Vorgängern noch mit viel Witz und Charme untermalt war und somit eine gewisse Leichtigkeit behielt, wurde mir nun teilweise zu abstrus und seltsam. Ab und an wollte sich mir auch kein Zusammenhang zur Haupthandlung erschließen. Zum Ende hin wartet die Autorin wie gewohnt noch einmal mit allem auf, was ein gutes Buch so ausmacht – unvorhergesehene Wendungen, zum bersten aufgeladene Spannungsbögen und viele Geheimnisse, die nach und nach aus der Dunkelheit an die Oberfläche finden. Auch zwischenmenschlich wird es ab etwa der Hälfte wieder so richtig interessant, was mir zu Anfang auch sehr gefehlt hat und der charakterlichen Entwicklung der Protagonisten durchaus im Weg stand. Der abschließende Showdown zeigte sich schließlich in gewohnt aufregender und mystischer Manier und machte so einige verlorene Punkte im Verlauf der Geschichte wieder gut. Dennoch empfand ich diesen dritten Band insgesamt schwächer als seine Vorgänger.

Die Personen haben ihren Höhepunkt in der Entwicklung meiner Meinung nach bereits in Band 2 erlebt, daher konnte ich diesmal eher auf den Erfahrungen bauen, als mich erneut in die Charaktere zu „verlieben“. Blue, das nach wie vor unerschrockene und sehr selbstsichere Mädchen war mir natürlich weiterhin absolut sympathisch. Ihre jugendliche Frische und witzige Art waren zeitweise stark überschattet von viel Sorge, was in ihrer Situation nur natürlich ist, dennoch sehr schade war. Gerade die sarkastische Art, trotz unschöner Umstände, mochte ich bei ihr immer am meisten. Zumeist hatte sie einen frechen oder altklugen Spruch auf Lager und konnte so auch „ihren Jungs“ das Wasser reichen und auch deutlich ältere und erfahrenere Leute von sich und ihren Vorhaben überzeugen. Die Ravenboys waren mir allesamt ein wenig farblos. Wahrscheinlich lag es auch daran, dass sie in Band 2 noch sehr deutlich und präsent waren und die Handlung sehr stark durch ihre charakterliche Entwicklung geprägt war. Ganseys Besessenheit Glendower zu finden schien äußerst erschöpft und auch ihm haftete eine gewisse Resignation an. Erstmals lernt man eine Seite von ihm kennen, die auch seine Freunde bisher nicht gesehen haben und er wirkt zeitweise verunsichert bis ängstlich. Dem Ziel immer näher scheint er sich gedanklich eher zu lösen und die eigentliche Faszination zu verlieren. Auch Adam und Ronan zeigten sich nur sehr schwach, zwar in gewohnter charakterlicher Ausprägung, dennoch nicht so intensiv wie im Vorgängerband. Gerade Adams Bedeutung für die Handlung stellte sich erst sehr deutlich dar, um schließlich fast schon nebensächlich zu werden. Dennoch bleibt zu sagen, dass dies eben verglichen mit den Vorgängern zu sehen ist, denn da waren allesamt so präsent und ausgeprägt im Fokus der Geschehnisse, dass es diesmal einfach kaum Wirkung bei mir zeigte. Im Endeffekt war meine Erwartungshaltung wahrscheinlich zu hoch, denn nach wie vor sind allesamt, inklusive neuer und alter Nebencharaktere absolut gelungen.

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Mit „Was die Spiegel wissen“ hat Maggie Stiefvater einen soliden Mittelband erschaffen, der jedoch nicht in vollem Maß mit seinen Vorgängern mithalten konnte. Die einzigartige Geschichte mit seinen authentischen und sehr passend ausgebauten Charakteren sorgt auch diesmal für gute Unterhaltung. Der etwas schwächere Handlungsstrang und die zeitweise ein wenig zu überzogenen Geschehnisse haben mein persönliches Lesevergnügen ein wenig geschmälert, weshalb meine sehr hohen Erwartungen nicht komplett erfüllt werden konnten. Für jeden Fan der Reihe und auch generell der Autorin ist es aber definitiv ein absolutes Muss.  

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. So schade, dass dir dieser Band nicht so gefallen hat, wie die anderen. Mir hat dieser Band sogar etwas besser gefallen, als der zweite Teil. Vielleicht ist es sogar bisher mein Liebling der Reihe - jedenfalls gleichauf mit Band 1! :D
    Liebe Grüße! ♥

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  2. Hallo,

    mir hatte der erste Band nicht gefallen drum hatte ich den auch bei der Hälfte aufgehört. Ich weiß auch nicht ob ich die Reihe weiter lesen soll oder nicht... aber weil dir der zweite anscheinend besser gefallen hat, werde ich es vielleicht doch irgendwann mal weiter lesen, auch wenn der dir der dritte wieder weniger gefallen hat :D

    Liebe Grüße
    Yvonne

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