>Rezension< Vor uns die Nacht von Bettina Belitz

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Autor: Bettina Belitz

Gebundene Ausgabe: 384 Seiten

Verlag: script5; Auflage: 1 (10. März 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3839001595

ISBN-13: 978-3839001592

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren


Preis: 17,95 €


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Für Ronia scheint es alles andere als rosig zu laufen. Ihr bisheriges Leben bestand mehr oder weniger aus Enttäuschungen. Sie neigt in dieser Lebensphase nun sehr dazu in Selbstmitleid zu versinken und startet bald durch eine besondere Begegnung eine Art Selbstfindung. Hierbei spielt ihr Gegenpart Jan eine große Rolle. Beide scheinen einer beinahe übernatürlichen Anziehungskraft zu folgen, die sie immer wieder zusammen führt. Die Faszination füreinander ist allgegenwärtig und Beide können sich dieser nicht entziehen. Doch Ronia ist fest entschlossen diesmal alles anders zu machen, es soll keine klassische Romanze entstehen und damit beginnt eine ganz besondere, hingebungsvolle und nervenaufreibende Beziehung, die zwei Menschen aus völlig unterschiedlichen Welten verbindet und nur so vor hochexplosiver Spannung strotzt.
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Dieses optisch sehr schöne Buch und ebenso tollem Titel erweckte schnell meine Aufmerksamkeit. Frau Belitz war mir allerdings auch vorher schon positiv aufgefallen.

Der Schreibstil ist in gewisser Weise einzigartig. Die Autorin platziert alles punktgenau und passend in die Geschichte, dass es nur so vor Authentizität sprüht. Der Vorstellungskraft sind fast keine Grenzen gesetzt, trotz dessen sie nicht wirklich beschreibt. Sie lässt dem Leser mit ihren perfekt gewählten Zeilen Raum zum träumen und für eigene Bilder. Es wirkt einfach wie selbstverständlich, wenn sich Menschen und Schauplätze vor dem inneren Auge zeigen.

Die Geschichte ist im Großen und Ganzen nicht besonders. Es handelt sich um eine Liebesgeschichte, die recht stürmisch beginnt und sich ebenso schnell entwickelt. Man wird mit Gewalt in das Leben der Protagonistin Ronia gepresst und ich fühlte mich zugegebenermaßen unbehaglich. Die Stimmung ist beinahe erdrückend, düster und traurig. Dennoch hatte ich stets das Gefühl bald an etwas Besonderem teilhaben zu dürfen. Es war ein Hin und Her zwischen erwartungsvoller Vorfreude und Niedergeschlagenheit über Ronia’s Situation. Schnell schiebt sich jedoch ihr Gegenpart in die Geschichte – Jan. Er wirkt von der ersten Sekunde an eine absolute Faszination auf sie aus. Ab diesem Zeitpunkt dreht sich der gesamte Handlungsstrang um die Beziehung der Beiden. Im Verlauf der Geschichte passieren schließlich auch immer wieder Dinge, die atemlose Spannung erzeugten. Das Auf und Ab der Gefühle, welches anfangs noch unreif und nervig wirkte, konnte bald schon auch bei mir einen Nerv treffen. Man ist immer gefasst auf völlig verrückte und auch teilweise unschöne Ereignisse und dann passiert etwas völlig anderes. Ich war recht oft auch von der stetig steigenden Tiefgründigkeit überrascht. Tiefe Gedanken durchziehen die Köpfe beider Protagonisten. Doch diese Liebe ist nicht einfach zu handhaben. Auf körperlicher Ebene scheinen sie Seelenverwandte zu sein, sobald jedoch normale Kommunikation ins Spiel kommt, wird es oft unangenehm. Es gestaltet sich wie eine Gratwanderung zwischen Liebe und Hass, was nicht selten bei mir auf Unverständnis gestoßen ist. Immer wieder gibt es jedoch Momente der Vollkommenheit, die die Existenz und Notwendigkeit der Beziehung in ein völlig anderes Licht rücken. Es ist eben oft nicht so wie es auf den ersten Blick scheint und manchmal kann man mit innerer Verbundenheit Dinge auslösen, die man selbst nicht versteht. Eins ist jedoch vor allem hier Fakt: Seinen Gefühlen kann man sich nicht entziehen! Allein der Versuch löst nur Unbehagen aus.

Die Personen sind in vielerlei Hinsicht keine Sympathieträger, doch genau diese Sache ist mir bereits in einem anderen Werk der Autorin aufgefallen. Die Charaktere sind so speziell und komplex gestaltet, dass sie zwar authentisch wirken, aber bei mir vor allem am Anfang eher Missmut erzeugten. Ronia steckt in einer schwierigen Phase, wirkt sehr rebellisch, unreif und mürrisch. Sie lässt sich immer wieder zu Taten hinreißen, die bei mir schlichtweg auf Unverständnis stießen. Sie benimmt sich teilweise so unpassend, schroff und kindlich, dass ich nur noch genervt war. Die unartige Pfarrerstochter bricht aus ihrem goldenen Käfig aus. Sie behandelt ihre Freunde und Vertraute teilweise wie Dreck, schert sich nur um sich selbst, belastet ihr Seelenheil und ihren Körper mit zerstörerischen Gedanken und Taten und kreist lange Zeit in ihrem eigenen Universum. Sie befindet sich schlichtweg in einer Selbstfindungsphase. In gewisser Weise konnte ich dies sogar nachvollziehen, denn sie musste in ihrem jungen Leben schon einige herbe Enttäuschungen einstecken und sucht sich nun selbst. Dass jedoch, gerade der rebellische und 2 Jahre jüngere Jan ihr auf diesem Weg recht dienlich sein kann, wirkt im ersten Augenblick alles andere als klar. Er zeigt sich oder viel mehr wird gezeigt, als arroganter, selbstgefälliger Frauenheld mit fragwürdigem Job und Hang zum Rausch. Seine strahlende Schönheit ist nicht zu übertreffen und vor allem er weiß diese gewinnbringend einzusetzen. Ein Bad-Boy, wie er im Buche steht. Was wäre unsere Welt ohne Vorurteile? Mir persönlich waren beide Charaktere nur selten sympathisch, doch die Mischung der Beiden erzeugte eine so glaubhafte und mitreißende Geschichte, dass es schließlich wieder stimmig war.
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Manchmal ist nicht alles so wie es auf den ersten Blick scheint. Liebe kann Berge versetzen, Mauern einreißen und Entfernungen überbrücken, doch alles hat seine Schattenseiten, denn Sehnsucht, Schmerz und Zweifel können die Grenze zum Hass leicht verschwimmen lassen. Diese Geschichte glänzt nicht durch sympathische Charaktere oder einer außergewöhnlichen Idee. Vielmehr verzaubert das Zusammenspiel der beiden Protagonisten, die eine sonderbare Liebe verbindet. Sämtliche Emotionen erzeugen eine knisternde und mitreißende Spannung, die die Neugier stets auf dem höchsten Level hält und einen förmlich an die Seiten bindet.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

1 Kommentar:

  1. Jetzt habe ich es tatsächlich mal in deine Cloud geschafft - wuhuuuu! :D
    Mein Lieblingsbuch von Bettina ist ja immer noch "Linna singt", aber vor uns die Nacht mochte ich auch ganz gerne, aber irgendwas hatte mich damals gestört. "Mit uns der Wind" steht hier immer noch ungelesen rum - müsste auch bald man ran! :P :D
    ♥♥

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