>Rezension< Die Erben der alten Zeit - Ragnarök von Marita Sydow Hamann

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Autor: Marita Sydow Hamann

Gebundene Ausgabe: 544 Seiten

Verlag: SANTICUM MEDIEN; Auflage: 1 (29. September 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3950365885

ISBN-13: 978-3950365887


Preis: 19,80 €


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Die Pläne das große Rennen zu gewinnen, um Hanna aus den Fängen von Odens Berserkern zu befreien, sind gründlich fehlgeschlagen. Charlie und ihre Freunde wurden nicht nur entdeckt, sondern kamen auch nur sehr knapp mit dem Leben davon. Nun sind sie auf Euripides gefangen und das letzte Amulett scheint in den Händen der Wissenschaftler verloren. Unterdessen ist auf der Erde ein gewaltiger Schneesturm losgebrochen, dem selbst der größte technische Fortschritt nichts entgegen zu setzen hat. Die Erde scheint unweigerlich ins Chaos gestürzt zu werden und die Quelle allen Übels ist erneut Oden, der den magisch heraufbeschworenen Fimbulwinter nutzt, um seine Macht zu vergrößern. Für die Erde bedeutet dies das Ende der Welt, wie wir sie kennen oder gemäß nordischer Mythologie – Ragnarök. Eines wird zunehmend klar, Oden muss das Handwerk gelegt und die Quelle seiner Macht zerstört werden. Charlie und ihre Begleiter haben auch schon erste Ideen, doch diese Aufgabe scheint unlösbar. Werden die jungen Leute eine Lösung finden und Oden endgültig von der Bildfläche verschwinden oder werden alle Welten im Chaos unter der Macht versinken?
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Der Schreibstil ist auch im letzten Band sehr besonders. Die Autorin vermag auf eine Art und Weise zu Beschreiben und Auszuschmücken, die trotz vieler Details nicht aufdringlich wirkt. Ihre geschaffene Welt strotzt nur so vor Fantasie und wundersamen Wesen, dass der Stil Hand in Hand mit der Geschichte zu gehen scheint. Ich war oft schier verzaubert von den gigantischen beinahe märchenhaften Schauplätzen und den unzähligen Wesen Godheims. Es war so einfach in diese zauberhafte Welt einzutauchen und in jedem Winkel das Besondere zu sehen. Nicht selten war ich Mal um Mal über die unfassbare Vielfalt der Fantasie überrascht und dennoch gab es so viel Raum für die eigene Vorstellungskraft.

Die Geschichte ist nach wie vor absolut reizvoll und toll gestaltet. Der Einstieg fiel mir dennoch ein wenig schwer. Es lief einfach ziemlich ruhig und grüblerisch an. Der Raum ist begrenzt und die Charaktere schmieden Pläne für das weitere Vorgehen im Kampf gegen Oden. Kaum hatten sie jedoch die erste Station verlassen, befanden sie sich wieder auf Reisen, was ab und an für mich wieder ein paar Längen bedeutete. Es war keinesfalls langweilig, aber einfach schwierig den Fokus auf etwas zu halten und damit dauerhaft aufmerksam zu bleiben. So ging es mir bereits bei Band 2. Genauso schnell wie die Länge kam, war sie jedoch auch verschwunden, denn schon bald überschlugen sich die Ereignisse und vor allem auch Erkenntnisse. Alle Erzählstränge führten schließlich zusammen und ergaben eine wundervoll logische Geschichte. Im Bezug auf Charlie und Sora gab es noch so viel zu entdecken, das hätte ich mir nie träumen lassen. Auch bei den zwischenmenschlichen Bindungen im mittlerweile eingeschworenen Team gegen Oden, geht es in großen Schritten voran. Zarte Bande aus dem Vorgänger werden zu starken Verbindungen geknüpft die unerschütterlich wirken und mir so manches Lächeln auf die Lippen zaubern konnten. Es wirkte zu jeder Zeit so echt und authentisch, dass ich die Gedanken und Gefühle beinahe die gesamte Zeit über mit den Protagonisten teilen konnte. Der mythologische Aspekt, der mir immer besonders viel Freude bereitet wurde ebenso hervorragend wie in die ersten beiden Bänden in die Geschichte eingefügt und sorgte auf meiner Seite nicht selten für Entzücken und Begeisterung. Hinzu kommt der bereits bestehende Aspekt mit den Portalen zu verschiedenen Welten. Vor allem dies hat mir schon von Anfang an wahnsinnig gut gefallen. In diesem finalen Band schafft es die Autorin das „Weltenreisen“ auf eine höhere Stufe zu heben. Es wird beinahe zentraler Bestandteil für die Entscheidung, ob die Gruppe um Charlie Erfolg haben wird. Hierzu sei wieder einmal erwähnt, dass mich die Schauplätze in ihrer Ausgestaltung völlig umgehauen haben. Ich war unglaublich begeistert. Ich erwischte mich manchmal dabei, wie ich mich ganz und gar in den Welten verlor und nur schwer aus den Träumereien auftauchen konnte. Auch diese vielen Details und Erklärungen zu bestimmten Standorten und z.B. den Runensteinen habe ich nur so in mich aufgesogen. Die letzten etwas 150 Seiten konnte ich mich schließlich nicht mehr trennen. Es wurde aufrührerisch, rebellisch, hoffnungsvoll und magisch. Die vielen kleinen Kämpfe, die das gleiche Ziel verfolgten und schließlich in einen Hauptkampf mündeten waren so spannend und aufregend, wenn auch zeitweise verlustreich, dass mein Herz fast zu schnell in meiner Brust schlug. Der finale Showdown war ein solches Auf und Ab der Gefühle und mündete schließlich in die Stille, die dem Tod natürlicherweise anhaftet. Einerseits ist es grausam und unbarmherzig vielleicht ein bisschen erlösend und dennoch am Ende friedlich. Passender hätte der Abschluss nicht sein können und ich liebe die Entwicklung bis zu diesen letzten Stunden. Die Entwicklung der gesamten Geschichte in ihrer genialen und authentischen Ausgestaltung und ebenso die Entfaltung der einzelnen Charaktere.


Die Personen habe ich definitiv sehr ins Herz geschlossen. Im finalen Band ist die Gruppe um Charlie deutlich gewachsen. Ihre treuen Begleiter Tora und Kunar sind jedoch noch immer Hauptbestandteil. Charlie wirkt nun alles andere als kindlich, im Gegenteil ihr Reifesprung ist so enorm, dass ich ihr tatsächliches Alter oft aus den Augen verlor. Da sie jedoch von Anfang an einen stark ausgeprägten Scharfsinn und viel Intelligenz besaß, wirkte alles dennoch sehr authentisch und in der Entwicklung schlüssig. Charlie ist für mich auch einfach ein tolles Beispiel vom perfektem Mix im Prozess des Erwachsenwerdens. Einerseits beweist sie zeitig viel Mut, Stärke und Durchhaltevermögen sowie einen stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gepaart mit einem sehr bewundernswerten Weitblick auf das korrekte Weltbild. Auf der anderen Seite vor allem in Verbindung mit romantischen Beziehungen besitzt sie diese süße und herzerwärmende Naivität und Unsicherheit. Es war ein Traum dem Geschehen zu folgen und in Charlie's Kopf zu stecken. Einer meiner Lieblinge ist nach wie vor auch Tora. Sie besitzt noch immer das unerschöpfliche Temperament eines tosenden Feuers. Ich liebe ihre aufbrausende und oft spontane Art. Durch sie kommt die Gruppe zwar immer wieder in scheinbar unnötige Gefahren, am Ende jedoch trägt sie immer zum guten und notwendigen Verlauf mit bei. Sie steht nach wie vor wie eine Mutter für ihre Lieben ein und ist sich für Nichts zu schade. Sie entscheidet so oft eher mit dem Herzen als mit dem Kopf und diese Leidenschaft macht sie zu einer wunderbaren Person, die in dieser Geschichte absolut unersetzlich ist. Kunar wurde für mich persönlich von Band zu Band etwas blasser. Er ist zwar stets zur Stelle, wenn er gebraucht wird und auch kämpferisch sehr präsent, sein richtiger Charakter zeigt sich dabei jedoch nur selten und meist in Verbindung mit Hanna. Sie hat die wohl größte Entwicklung hinter sich gebracht und ebenso die meisten Entbehrungen einstecken müssen. Ihr neues Ich gefällt mir deutlich besser und zeigt was das Leben und die Umstände aus einem Menschen machen können. Eine sehr authentische und starke persönliche Veränderung. Über Sora möchte ich nicht allzu viel schreiben, wenngleich auch sie ein toller Charakter ist. Sie ist sanftmütig, gut, zuversichtlich und einfühlsam. Ihre Stellung und Aufgabe ist für sie selbst schwer zu akzeptieren und dennoch sind Zweifel sehr schnell ausgeräumt. Sie nimmt ihr Schicksal an und trägt alles ihr Mögliche dazu bei um das oberste Ziel zu erreichen. Seit diesem Band Dauerbegleiter sind Biarn und Ragnar. Beides bedeutende und sehr gelungene Charaktere. Vor allem Biarn, der bereits seit Band 1 hin und wieder eine wichtige Rolle spielte, habe ich sehr ins Herz geschlossen. Er ist stark, kämpferisch, ein toller Beschützer, besitzt eine unglaubliche Magie und hat eine verschmitzte,geheimnisvolle Art an sich. Ich liebe Menschen, die nicht leicht durchschaubar sind und er ist so eine Person. Mit solchen Leuten wird es niemals langweilig und wenn sie dann freiwillig ihre Geheimnisse Preis geben ist es umso wunderbarer.  

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Der Abschlussband zu den „Erben der alten Zeit“ von Marita Sydow Hamann hätte gelungener kaum sein können. Bis auf einige wenige Längen und einen etwas holprigen Start hat es dem Buch an nichts gefehlt. Selten strotzen Bücher vor solch wunderbarer und weitreichender Fantasie wie diese, ohne den Raum für eigene Gedanken und Gefühle zu zerstören. Eine Vielzahl von tollen Charakteren und Wesen verschönern die Welt und Godheim zusätzlich und laufen gemeinsam mit der nordischen Mythologie zu einer absolut lesenswerten und tollen Geschichte zusammen. Für die gesamte Trilogie spreche ich damit eine absolute Leseempfehlung aus.

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