>Rezension< Atemnot von Ilsa J. Bick

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Originaltitel: Drowning Instinct

Autor: Ilsa J. Bick

Taschenbuch: 352 Seiten

Verlag: Egmont INK; Auflage: 1 (4. September 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3863960645

ISBN-13: 978-3863960643

Zielgruppe: Leser zwischen 12 und 16 Jahren


Preis: 14,99 €

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Jenna's Leben verlief bisher alles andere als leicht. Schon in jungen Jahren sind ihr schreckliche Dinge geschehen. Auch ihr familiäres Umfeld scheint wenig stabil zu sein. All diese Dinge haben Spuren hinterlassen, deren Ausmaß nur sie allein erkennt. Als sie nach langer Zeit an eine neue Schule kommt trifft sie plötzlich auf ungeahnte Hilfe. Sowohl einer ihrer Mitschüler als auch ihr Chemielehrer setzen sich für einen guten Start ein. Als Jenna gerade wieder Hoffnung für ein besseres Leben schöpft, trifft sie die Wahrheit wie ein Schlag. Wieder gerät ihre Welt aus den Fugen.  
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Der Schreibstil ist mir schon auf den ersten Seiten sehr positiv aufgefallen, obwohl alles ein wenig befremdlich auf mich wirkte. Diese harte ungeschönte Art des Schreibens in einem sehr jugendlichen Stil entfachte in mir einen Zwiespalt zwischen Mitleid und Unbehagen. Die gleichgültige und zeitweise schonungslose Aufrichtigkeit der Erzählung ließen mich nicht selten innehalten und über das Schicksal der Protagonistin Jenna nachdenken. Der Stil ging absolut Hand in Hand mit ihrem Charakter und schaffte so eine sehr innige Nähe, die es zeitweise beinahe unerträglich machte den Verlauf der Handlung zu akzeptieren. Man verfällt beinahe von selbst in eine Art analysierendes Lesen, denn hinter jedem Erzählabschnitt scheint eine psychologische Spitzfindigkeit zu stecken.

Die Geschichte ist alles andere als normal, aber auch nicht unwahrscheinlich. Es könnte sich genauso abgespielt haben und dennoch bin ich nach wie vor nicht sicher, ob mich diese Andersartigkeit eher fasziniert oder doch etwas abstößt. Vor allem der psychologische Aspekt, der immer wieder in den Vordergrund geriet war zeitweise so verwirrend, dass ich sowohl echtes Unbehagen als auch Begeisterung verspürte. Im Grunde sind einige Dinge ab der ersten Seite vorhersehbar, dennoch hat es die Autorin geschafft genau diese bekannten Konstanten aus einem anderen Blickwinkel zu zeigen und so den Leser auf seine Seite zu ziehen. Zeitweise flogen die Seiten nur so an mir vorbei und ich bewegte mich in einem tranceartigen Zustand inmitten vielfältiger Emotionen und tiefer Gedanken einer gezeichneten Seele. Es war durchaus anziehend die Perspektive der Protagonistin zu lesen, vor allem die psychotischen Aspekte. Man erhält einfach einmal eine ganz andere Sicht auf die Dinge - die Sicht auf das beschädigte Innere eines jungen Mädchens, was dennoch unglaublich viel Mut und Stärke zeigt. Das das Seelenheil eines so jungen Menschen durch verschiedene einschneidende Erlebnisse schaden nimmt ist beinahe unvermeidbar. Die Art und Weise des Umgangs mit den Wunden der Seele ist jedoch von Person zu Person sicher verschieden, sodass mich gerade Jenna in ihrem Denken wirklich oft berühren konnte und mehr und mehr zum nachdenken anregte. Es werden auch im Zusammenspiel mit Mr. Anderson viele Vergleiche für das Fühlen im psychotischen Zustand gebracht, die mir einen Blickwinkel offenbarten, an den ich zuvor niemals gedacht hätte.
Es werden allerdings auch sehr viele Dinge angerissen, die nie wirklich zu Ende gebracht werden. Die Handlungsstränge teilen sich auf und verlaufen zu oft ins Nichts. Es wird zwar ausschließlich aus der Sicht der Protagonistin Jenna erzählt, dennoch tauchen nach und nach immer mehr Personen und Ereignisse von Bedeutung auf, die das Gefühl geben, dass das eigentliche Hauptthema aus dem Blickfeld gerät. Es gibt immer wieder Schlüsselereignisse, die ein wenig Licht ins Dunkel bringen, aber bis zum Ende hin bleiben einige Dinge vollkommen ungeklärt beziehungsweise werden der Fantasie oder dem Ermittlungsgeschick des Lesers überlassen. Für diese Art von Geschichte erschien mir das aber teilweise unpassend und wirkte unfertig. Vor allem das Ende war nicht nur offen, sondern einfach abgehackt. Man tappt über die wichtigsten Dinge im Dunkeln. Natürlich bleibt so sehr viel Raum für Mehr - für eigene Gedanken, für die Fantasie, für die Möglichkeit sich selbst ein Happy End zu gestalten, für die Chance allem Schlechtem ein Ende zu bereiten. Mir persönlich hat das jedoch eher weniger gefallen.

Die Personen sind alle sehr authentisch und wirklich gut gelungen. Es gibt eine enorme Bandbreite an Charakteren, die die verschiedensten Emotionen in mir hervorgerufen haben. Jeder spielt eine recht große Rolle im recht unschönen Verlauf des Lebens der 16-Jährigen Jenna. Schon zu Beginn erkennt man, dass ihre Gedanken und Gefühle nicht die eines typischen Teenies sind. Sie hat viel durchgemacht und diese Dinge sind nicht spurlos an ihr vorbei gegangen. Sie wirkt gleichgültig, abweisend, grüblerisch und verschließt sich vor jeder Art von Hilfe. Ihren Eltern schenkt sie keinerlei Vertrauen mehr und ihr Alltag wirkt eher wie der Kampf ums Überleben als ein wirkliches Leben. Doch im Laufe der Geschichte verändert sie sich stark, bald schon schaut man auf die wirkliche Jenna, man erkennt ihre Stärke, ihren Mut, die unendliche Hoffnung auf ein normales Leben und die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit. Auch sämtliche andere Charaktere sind absolut toll gestaltet. Angefangen vom cholerischen, machthaberischen Vater, über den verständnisvollen und hilfsbereiten Vertrauenslehrer, der verzweifelten, im Alkohol ertrinkenden Mutter bis hin zur streitsüchtigen und eifersüchtigen Klassenkameradin. Jeder fügt sich einfach perfekt in die Geschichte ein.
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Manchmal kann man tatsächlich nicht unterscheiden wer der Prinz und wer das Monster ist. Die Grenze zwischen Gut und Böse verschwimmt und die Lügen von der Wahrheit zu unterscheiden wird nahezu unmöglich. Genauso habe ich mich beim Lesen von „Atemnot“ gefühlt. Es war sowohl faszinierend als auch teilweise unbehaglich. Leider blieben mir einige Dinge zu offen und vor allem das Ende lässt mich ruhelos zurück. Wer Bücher mag, die durch Andersartigkeit glänzen und viel Raum für eigene Interpretationen lassen, wird dieses hier sehr mögen.
  
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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Hallo :)

    Nach den vielen sehr positiven Rezensionen zu "Atemnot", die mich wirklich dazu gebracht haben, es unbedingt lesen zu wollen, kommen jetzt auch langsam die, die nicht ganz so positiv sind, was irgendwie wirklich schade ist. Ich bin mal gespannt, auf welche Seite ich mich später einordnen werde ;)

    Liebe Grüße
    Maura
    The emotional life of books (emotional-books.blogspot.de)

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  2. Ui, nur 3? Aber "Andersartigkeit" reizt mich dann schon wieder! :D
    Aber ich sage einfach mal nein - außerdem ist es ein TB und die mag ich net so :( xD

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  3. Ich bin definitiv froh, dass ich mich gegen das Buch entschieden habe."Ashes" ist ja schon zum Teil creapy, was ich da schon nicht so mochte. Und "Atemlos" klingt noch eine Spur verrückter.
    Trotz allem natürlich eine geniale Rezension mein Herzchen :-* <3

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