>Rezension< Die Erben der alten Zeit - Das Amulett von Marita Sydow Hamann

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Autor: Marita Sydow Hamann

Gebundene Ausgabe: 608 Seiten

Verlag: SANTICUM MEDIEN; Auflage: 1 (27. Mai
2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3200030836

ISBN-13: 978-3200030831

Zielgruppe: Leser ab 12 Jahren

Preis: 19,80 €

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Charlotta Johansson ist ein schwedisches Waisenkind mit einer unklaren Vergangenheit. Als sie aus lauter Neugier über ihre wahre Herkunft ein geheimnisvolles Amulett findet, gerät sie plötzlich in eine völlig neue und ihr unbekannte Welt. Was hat es damit auf sich und wie ist sie hierher gekommen? Nach und nach erfährt sie mehr über diesen seltsamen Planeten voller Magie und sonderbarer Wesen. Bald schon muss sie erkennen, dass Godheim einer wahren Schreckensherrschaft des Tyrannen Oden unterliegt. Doch welche Bedeutung hat sie dabei? Charlie ist jedoch nicht die Einzige mit einem solchen Amulett. Die junge Sora erlebt ein ähnliches Schicksal auf dem Planeten Euripides. Was genau verbindet die Beiden und welche Macht besitzt das mysteriöse Amulett?  
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Vor einiger Zeit ereilte mich eine super nette E-mail mit der Anfrage einer Autorin, ob ich ihre Fantasy-Trilogie lesen mag. Da es alles recht vielversprechend klang und sich die Autorin auch tatsächlich mit meinem Blog auseinander gesetzt hatte, habe ich „Ja“ gesagt und bin sowas von froh darüber, denn was mich hinter diesem Buchdeckel erwartete war schlichtweg genial!

In den Schreibstil habe ich mich ab den ersten Zeilen verliebt. Es ist alles sehr detailliert beschrieben und es gibt viele Abschweifungen von den Geschehnissen, hauptsächlich natürlich um die Welt kennenzulernen. Normalerweise stören mich solche Stile, doch an dieser Stelle, wurde ich immer wieder in diese träumerische Atmosphäre, diese unglaubliche Vielfalt und die absolut fantastische Schönheit der erdachten Welt gezogen. Es war als würde ich selbst durch die Wiesen und Wälder schweifen, die wundersamen Pflanzen und Tiere berühren oder aus sicherer Entfernung beobachten. Ich durfte ein Teil von Godheim und seinen Wesen werden und das mit unglaublich viel Liebe zum Detail und ebenso passenden Emotionen.

Die Geschichte versprach schon auf den ersten Seiten mystisch und geheimnisvoll zu werden. Dieses Versprechen wurde eingelöst und es bäumte sich ein Handlungsstrang vor mir auf, der alles noch übertraf. Ich konnte mich kaum lösen, war gebannt und gefesselt von ständig neuen Erkenntnissen, immer wieder aufkommenden Ungereimtheiten und düsteren Geheimnissen. Es ist anfangs alles recht verworren, man wird fast erschlagen von dem vielen Input, lernt Unmengen neues kennen, ist dadurch aber immer auf dem gleichen Level mit der Protagonistin Charlie. Die Autorin teilt es sehr passgenau ein. Man erlebt in der ersten Hälfte des Buches eine aufwühlende und spannende Kennenlernphase. Die Autorin nutzt die Faszination des stetig Neuem, überrascht immer wieder mit tiefgründigen und sehr gut ausgearbeiteten Themen und Wesen der vor allem nordischen Mythologie, flechtet eigene Fantasie mit diesen zusammen und lässt dennoch Raum für unglaublich viel Vorstellungskraft. Ich wollte immer und immer mehr wissen, bis ich Godheim bis in den letzten Winkel erforscht habe, was natürlich kaum möglich war. Danach geht sie über in eine wilde und forschende Phase. Man erkennt das eigentliche Thema, die Probleme, die nach und nach auftreten und die Bestimmung der Protagonisten. Der Nebel lichtet sich im wahrsten Sinne des Wortes. Doch mit ihm bricht ein wahnsinniger Spannungsbogen über einen als Leser herein, denn es wird einem auch hier alles nur häppchenweise serviert. Man lechzt förmlich nach den letzten Puzzleteilen, wird aber immer wieder durch andere ebenso entscheidenden Ereignisse „gestört“. Irgendwann beginnt man dann zu begreifen und es baut sich immer wieder diese sehr unheilvolle Atmosphäre auf. Diese wird ab und an durch heitere Tage oder unglaublich zauberhafte Erlebnisse abgelöst, aber die Grundatmosphäre bleibt düster und gefährlich. Es finden sehr viele Schlüsselereignisse statt, die man oft erst später mit dem Handlungsstrang verknüpft sieht. Auch die Wichtigkeit der Personen und deren verschiedene, meist seltsame und teilweise auch auffällige Handlungsweisen machten diese Geschichte zu dem was sie ist. Sie besitzt derartiges „Suchtpotenzial“, dass ich mir noch viele weitere Stunden wünschen würde. Hinzu kam zwischendurch die Sicht auf eine andere Protagonistin - Sora, die in eine ebenso spannende Welt namens Euripides „gestolpert“ ist. Diese Passagen verwirrten mich noch mehr und es dauerte seine Zeit bis ich begreifen konnte und musste, denn schließlich fügte sich alles wie von selbst zusammen. Ich fühlte mich durch die eher weniger ausführlichen Ausflüge in Sora's Welt mit ihr nicht ganz so verbunden wie mit Charlie, war aber fasziniert von der Bedeutsamkeit dieser vorerst scheinbar nebensächlichen Teilhandlung. Da ich nun weiß, was zwischen den Welten nicht stimmt und welche Probleme noch vor den Protagonisten liegen, erwarte ich Großartiges. Ich bin mir fast sicher, dass die Folgebände diesen noch Übertreffen können, denn es steckt weiterhin ein unglaubliches Potenzial in dieser Idee und bisher sind nur die aller nötigsten Fragen geklärt. Ich kann es kaum erwarten weiterzulesen.

Die Personen sind relativ vielfältig, jedoch beschränkt sich die Autorin eher auf die Protagonistin Charlie und ihre ständigen Weggefährten Kunar und Tora. Charlie ist ein neugieriges und recht unerschrockenes junges Mädchen, die ihren Platz in der Welt noch nicht gefunden zu haben scheint. Herumgereicht von Pflegeeltern zu Pflegeeltern fühlt sie sich nirgendwo richtig zugehörig. Gerade aus diesen Situationen scheint sie erstarkt zu sein. Ich habe oft ihren Mut, ihre Zuversicht und den unerbittlichen Willen bewundert. Sie ist sehr ergebnisorientiert, gewissenhaft , fair und arbeitet hart an einem lohnenswerten Leben in Sicherheit. Sie erhält sich immer eine Schutzmauer, die nach und nach durch so manches Geheimnis wächst. Sie baut erst sehr spät überhaupt Vertrauen zu Personen auf, wenn aber jemand ihre Freundschaft genießen darf, stellt sie sich als sehr loyal heraus. Ein so junges Mädchen, mit schwieriger Vergangenheit in einer solch fremden und gefährlichen Welt würde wohl unter normalen Umständen diesem Druck nicht lange standhalten. Doch Charlie ist so robust, intelligent und willensstark, dass ihr kein Risiko zu hoch scheint, um die Wahrheit zu erfahren und Gerechtigkeit zu erlangen, für sich, die Welten, die sie umgeben und die Geschöpfe, die darin leben. Im Zusammenspiel mit Tora und Kunar kamen diese tollen Charakterzüge noch mehr zum Vorschein. Kunar, der Älteste der drei Jugendlichen und ein sehr besonnener Jäger, der von Kindesbeinen an stets seine Schwester Tora von allem Bösen fernhalten wollte, bringt Charlie unheimlich viel bei und bringt Ruhe und Zuversicht in die kleine Gruppe. Tora, das schöne, temperamentvolle und sehr aufbrausende Mädchen, die stets durch ihr loses Mundwerk und Angriffslust auffällt, bringt Schwung ins Geschehen. Denn schaut man hinter das Feuer, dass in ihr brennt, erhält man den Blick auf sehr viel Warmherzigkeit. Sie sorgt mit ihren jungen Jahren für alle wie eine Mutter, kocht, pflegt, verarztet und umsorgt Charlie und Kunar wie eine Familie. Sie ist ein wunderbarer Charakter. Witzig, charmant, klug und wissbegierig konnte vor allem sie mein Herz erobern. Erwähnenswert ist auch der geheimnisvolle Teilzeitgast Biarn. Aus ihm wurde ich lange Zeit nicht schlau, aber er weckte schnell meine Neugier und tut es noch immer.

Über Sora kann ich bisher nicht viel sagen, da sie für mich doch noch eher eine Nebenrolle spielte. Sie scheint sehr grüblerisch und auch etwas träumerisch veranlagt zu sein. Doch die Gier nach Wissen und Erkenntnissen brachten ihr schon einige Sympathiepunkte bei mir ein. Ich bin gespannt, was sie in den Folgebänden noch von sich zeigt.   
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Dieser Auftakt einer Fantasy-Trilogie von Marita Sydow Hamann konnte mich schon auf den ersten Seiten begeistern und das bis zum Schluss hin noch steigern. Ich finde es absolut schade, dass diese Trilogie bisher noch viel zu wenig Aufmerksamkeit erhalten hat. Man stolpert hier in Welten, die kaum schöner und detaillierter ausgeschmückt sein könnten. Die Vielfalt und Liebe mit der die Autorin schreibt und gestaltet ist schlichtweg bezaubernd. Die wundersamen Wesen und authentischen Protagonisten perfektionieren das Ganze nicht nur, sondern hauchen der Geschichte so viel Leben ein, dass ich mich nicht mehr von den Seiten trennen wollte und nun gespannt auf die Fortsetzung warte.
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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

1 Kommentar:

  1. Eine absolut wundervolle Rezension mein Herz :-*

    Ich freue mich schon unglaublich auf das Buch und bin mir jetzt noch sicherere, dass es mir gefallen wird, danke dafür. <3

    Viele Küsschen, Ally

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