>Rezension< Taken - Das erfrorene Land: Das Laicos-Project 2 von Erin Bowman

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Originaltitel: Frozen

Autor: Erin Bowman

Gebundene Ausgabe: 352 Seiten

Verlag: Piper (12. Mai 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3492702678

ISBN-13: 978-3492702676

Preis: 16,99 €



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Claysoot war lange Zeit das Zuhause des jungen Gray. Auf den ersten Blick ein beschauliches Dorf mit etwas veralteten Lebensweisen. Doch etwas ist ganz und gar nicht normal. Claysoot ist von einer großen Mauer umgeben und sobald ein junger Mann sein 18. Lebensjahr vollendet widerfährt ihm der sogenannte „Raub“. Er verschwindet spurlos – für immer. Jeder der sich diesem Schicksal je entziehen wollte und über die Mauer kletterte, bezahlte dies mit dem Leben. Doch Gray ist der Erste, der das Geheimnis um den Raub aufdeckt und nun erkennen muss, dass es noch sehr viel mehr Probleme als die in seiner Heimat gibt. Zeit seines Lebens sind er und seine Dorfgemeinschaft nur Marionetten in einem fraglichen Projekt. Sie alle sind Teil eines großen perfiden Plans, eines Herrschers, dessen Ziel nicht nur skrupellos, sondern auch völlig unmenschlich ist. Auf den Spuren der Vergangenheit und dem Weg zu einer weiteren Testgruppe im Laicos Projekt stößt Gray auf unangenehme Wahrheiten und Weggefährten. Wird er mit seinem Team die Informationen bekommen, die allen zu einem normalen Leben verhelfen könnten?
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Nachdem der erste Teil von Taken doch sehr vielversprechend war und mit wenigen Mängeln durchaus überzeugen konnte, musste ich natürlich wissen wie es weiter geht. Die Idee an sich fand ich richtig toll.

Der Schreibstil ist einfach zu lesen. Es ist sehr jugendlich geschrieben und lässt einen als Leser leicht dem Verlauf der Geschehnisse folgen. Was im ersten Moment so jugendlich frisch und locker erschien, entpuppte sich jedoch in diesem zweiten Band schnell als sehr gewöhnungsbedürftig und langatmig. Es wollte zu Anfang einfach nicht genügend Spannung aufkommen und betonte auch die Naivität des Protagonisten Gray.

Die Geschichte empfand ich in Band 1 sehr anders und neu, daher war ich schnell fasziniert und raste nur so durch die Seiten. In dieser Fortsetzung startet man jedoch mit einer völlig anderen Ausgangsposition. Das Sonderbare und Außergewöhnliche wurde bereits in Band 1 aufgeklärt und nun scheinen sich die Protagonisten auf einer schier endlosen Reise nach Antworten zu befinden. Dies erzeugte bei mir einen gewissen „Gähn-Faktor“. Ich quälte mich mehr oder weniger durch die ersten Seiten, war gelangweilt von der stetigen Unruhe, die die Reise der Rebellengruppe erzeugte und verlor beinahe den roten Faden aus den Augen. Das Ziel der Reise war klar und ich freute mich auch darauf endlich mehr darüber zu erfahren, was sie bei der Ankunft vorfinden würden, was der Orden wirklich noch alles im Schilde führt und auch wie sich bestimmte Charaktere mit dem neuen Wissen entwickeln. Genau bis zur Ankunft verspürte ich auch diese Durststrecke, die sich somit leider über die gesamte erste Hälfte zog. Inmitten dieser ohnehin schon recht tristen Handlung erhob sich noch Gray’s gespaltene Gefühlswelt. Diese Sache hat mir in Band 1 schon sehr sauer aufgestoßen und wurde hier nun in großem Stil fortgeführt. An dieser Stelle hätte ich mir schon fast eine typische Dreiecksbeziehung gewünscht, anstatt dieses kindische, vor sich hin trotzende Gehabe zu erleben. Ein stetiges Hin und Her vergrößerte noch meinen Unmut zum Handlungsstrang. Doch dann riss die Autorin das Ruder doch noch einmal herum und brach mit einem riesigen Spannungsbogen über die Geschichte herein. Sie trumpfte mit erstaunlichen Erkenntnissen auf, inszenierte aufregende Zusammenkünfte mit verschiedenen feindlich gesonnenen Truppen und brachte die ein oder andere überraschende Wendung auf ihren Weg. Endlich konnte ich mitfiebern und war an die Seiten gebunden. Die immer wieder eingebauten ausweglosen Situationen gepaart mit plötzlich aufkeimenden Hilfsaktionen von Charakteren, die man in dieser Richtung eher wenig vermutet hätte, konnten mich auf den letzten Metern doch noch überzeugen. Ich hoffe auf das Phänomen „schwacher Mittelteil“, denn die zweite Hälfte des Buches lässt mich nun doch recht viel für die Fortsetzung erwarten.


Die Personen, allen voran Gray, sind teilweise doch recht anstrengend. Gray war mir noch nie der Sympathischste in dieser Reihe, auch wenn man aus seiner Sicht liest. Er ist sehr verbohrt, wirkt unreif und trifft Entscheidungen scheinbar ausschließlich aus seltsamen Impulsen heraus. Er ist furchtbar nachtragend, kommuniziert dies auch offen und versucht zumindest gedanklich diese Hürde zu überwinden. Das macht es aber nicht weniger nervig. Er ist recht oft in seinen Gedanken versunken. Mit all seinem Groll gegen sich und die Welt, auch die Anflüge von Neid auf seinen Bruder, die wenig zielführenden Gefühlsausbrüche gegenüber Bree oder Emma und auch dieser ewige Zwiespalt konnten mich nur noch mehr von ihm entfernen. Selbst offensichtliche Dinge scheint er erst in letzter Sekunde zu verstehen und so manche Handlung brachte mich eher zum Augenrollen. Er gehört für mich eher in die Kategorie „bockiger, sturer Teenie“.Bree, die sich selbst sehr gern als herzloses Miststück darstellt, zeigt ab und zu, dass sie in der Tat menschliche Eigenschaften besitzt, entpuppte sich jedoch alles in allem als ein weiblicher Gray. Es gab durchaus schöne Szenen zwischen den Beiden oder auch im Zusammenspiel mit dem gesamten Reiseteam. Wenn es darauf ankam herrschte stets Loyalität und die Sicherheit des Einzelnen stand im Vordergrund. In diesem Band lebte ich also mehr oder weniger von den Nebencharakteren, die mich teilweise faszinierten und auch oft überraschen konnten.
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Eine nach wie vor sehr gute Idee mit diesmal mittelmäßiger Umsetzung. Die erste Hälfte brachte mich fast zur Verzweiflung als die Autorin das Ruder doch noch herum riss und mir durchaus viel Spannung lieferte. Hier lautet die Devise durchhalten lohnt sich und ich hoffe, dass sich das Phänomen „schwacher Mittelteil“ erfüllt und der Abschluss der Reihe zumindest an Band 1 anknüpfen kann. Alles in allem bekommt man hier gute Unterhaltung geliefert.
  
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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Huhu!
    Das mit dem Gähn-Faktor hatte ich bei dem Buch auch. Ich kann Dir da nur echt zustimmen. Bin mal sehr gespannt, wie die Reihe enden wird:)

    Tolle Rezi!
    Schönen Abend und lg,
    Claudia

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  2. Ich bin schon froh, dass ich die Reihe nicht mehr weiterverfolge, auch wenn Band 1 echt potenzial hatte. Aber irgendwie hat mich die Geschichte überhaupt nicht mehr gereizt. Deine Kritikpunkte hätten mich wahrscheinlich auch erheblich gestört, wobei ich Gray ja auch noch nie soooo machte! :D
    Tolle Rezension! <3

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