>Rezension< Requiem von Lauren Oliver

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Originaltitel: Requiem

Autor: Lauren Oliver

Gebundene Ausgabe: 400 Seiten

Verlag: Carlsen (24. Januar 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3551583013

ISBN-13: 978-3551583017

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren


Preis: 18,90 €


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Lena und der Rest der Widerständler sind zurück in der Wildnis. Für den Augenblick scheinen sie in Sicherheit zu sein. Julian ist bei ihr und auch Alex. Das unfassbare ist geschehen, ihre große Liebe Alex ist von den Toten auferstanden. Lena spürt deutlich für wen ihr Herz schlägt, doch etwas hat sich verändert. Nichts wird je wieder wie früher sein.
Unterdessen lebt ihre damalige beste Freundin Hana ein ruhiges Leben ohne Liebe. Sie wurde geheilt und steckt nun mitten in der Planung für die Hochzeit mit ihrem ausgewählten Partner.
Doch die Zeichen stehen auf Krieg, denn die Rebellen planen einen Anschlag gegen die „Geheilten“ und für die Freiheit.

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Da ich ja gerade recht gut dabei bin, Reihen zu beginnen und zu beenden, konnte ich vor allem nach „Pandemonium“ keine Sekunde auf Teil 3 warten und das musste ich zum Glück auch nicht. In dieser Hinsicht war die Entscheidung ganz gut, dass ich mit dem 2. Teil so lange gewartet habe.

Der Schreibstil ist einer der Hauptgründe, warum ich diese Reihe faszinierend finde. Die Autorin vermag es selbst einfache Begebenheiten in wundervolle Worte zu verpacken und dabei in eine leicht poetische Schiene zu rutschen, die mich immer wieder in Verzückung bringt. Hinzu kommt, dass dieser Stil so absolut perfekt zur Idee und auch der gesamten Umsetzung passt, dass schon das Grundgerüst eine sehr gute Reihe verspricht. Ich hoffe, dass Frau Oliver uns noch mit weiteren Werken beglücken wird.

Die Geschichte geht in die letzte Runde und ich war ebenso gespannt, wie ängstlich, denn so ein Abschluss sollte noch einmal richtig etwas hermachen. Im zweiten Teil „Pandemonium“ hatte ich die Befürchtung, dass die Geschichte in eine Richtung läuft, die nicht mehr hundertprozentig nach meinem Geschmack sein wird, denn der erste Teil war grandios gut und ich habe ihn geliebt, Teil 2 hingegen wies kleinere Schwächen auf. Doch in diesem letzten Band konnte Lauren Oliver mich erneut überzeugen und einen tollen Abschluss schaffen. Der Handlungsstrang ist nicht mehr so vorhersehbar und ich wurde nicht selten durch so manche Wendung überrascht, die auch durchaus oft einen bitteren Nachgeschmack hatte. Die Stimmung war in diesem Band noch düsterer und hoffnungsloser, aufgelöst hat sich diese bedrückende Atmosphäre bis zum Ende nicht, was ich im Nachhinein einfach unglaublich passend finde. Die Geschichte wird aus zwei Sichten erzählt und hier kommt der größte Pluspunkt: die Geschehnisse aus Hana’s Sicht. Sie war schon von Band 1 an eine meiner Lieblinge. Ich empfand sogar ihre „Seite“ noch interessanter als die von Lena. Die Autorin hat mit dieser Doppelsicht etwas Tolles erzeugt und zwar, dass man sich ein objektives Bild über die Regierung und die Herrschaft bilden kann. Welchen Weg würde man einschlagen? Was bedeutet für einen selbst Freiheit? Ist es der Weg „der Widerständler“, der bedeutet ungehemmt fühlen zu können, Liebe und alle anderen Gefühle auszuleben, dafür in ständiger Angst um seine Existenz zu sein und dauernd um geliebte Menschen bangen zu müssen. Oder würde man doch den Weg „der Geheilten“ wählen? Man empfindet wenig bis nichts, alles ist geplant, von Partner über Kinder bis hin zu Wohnsitz und Arbeitsstelle. Dafür lebt man in Sicherheit, hat ein Dach über dem Kopf und keine Sorge um das tägliche Brot. Gibt es vielleicht auch einen Mittelweg? All diese Überlegungen tun sich unwillkürlich auf, wenn man ständig zwischen Hana’s heiler Welt und Lena’s Leben in der Wildnis wechselt. Ich empfand es als absolut gelungen und war durchweg von beiden Seiten der Geschichte begeistert. Doch dann kam das Ende, von dem ich im Nachhinein sagen kann, dass es für mich in Ordnung ist, aber Frau Oliver nahm gerade in der aufregendsten Zeit des absoluten Aufruhr und Chaos das Höchstlevel der Spannung heraus und das wirkte schließlich eher plump und etwas öde. Es geht nicht darum, dass es ein offenes Ende war, im Gegenteil, diesen Teil empfand ich sogar sehr ansprechend. Der Spannungsbogen war einfach nicht rund.

Die Personen sind allesamt absolut gelungen. Jeder Charakter trägt etwas Wichtiges und Tolles zur Geschichte bei. Die Nebencharaktere strahlen in gewissen Abschnitten genauso wie die Hauptpersonen. Ich liebe es, wenn die einzelnen Charaktereigenschaften und deren Entwicklung in den Fortgang der Geschichte einfließen und damit diese „Aha-Effekte“ erzielen, deshalb ist es einfach genial wie Lauren Oliver ihren Personen Leben einhaucht.
Lena ist in jedem Band ein wenig anders und dennoch immer glaubwürdig. Was sich in "Pandemonium" schon angekündigt hat, wird nun in "Requiem" zur Realität. Sie ist absolut zerrissen. Das auf und ab der Gefühle lässt sie einen ständigen inneren Kampf ausfechten, der sie nicht selten hemmt. Sie ist willenstark und mittlerweile zu einer echten Überlebenskünstlerin gereift, dennoch macht sie sich viele Gedanken über das Leben, wie es hätte sein können. Vor allem diese gedankenverlorenen, ruhigen Phasen empfand ich als absolut zielführend und authentisch.
Auch Hana hat sich verändert. Sie ist geheilt und empfindet nun alles etwas gedämpfter, doch auch sie macht sich viele Gedanken. Durch sie kann man sich wahnsinnig gut in den Kopf eines Geheilten versetzen und versteht ein wenig besser deren Sicht. Sie ist nun durchaus anders, wirkt auch gesetzter und reifer, dennoch ist da in ihrem Inneren die alte, absolut liebenswerte Hana, die im Laufe des Buches auch mehr und mehr zum Vorschein kommt. Sie ist mutig, forsch und neugierig. Sie fügt sich nicht so einfach ihrem Schicksal und bleibt sie selbst. Sie verurteilt nicht, hat viel Mitgefühl und einen großen Gerechtigkeitssinn. Immer wieder schweifen ihre Gedanken zu Lena ab, ihrer Freundschaft, den gemeinsamen Erlebnissen und ihrem Verbleib. Sie sorgt sich in gewisser Weise, hat Schuldgefühle und bereut so manche Dinge der Vergangenheit. Die Freundschaft zwischen Lena und Hana hat mich bereits in Delirium verzaubert und diese tiefe Bindung reicht weit über eine normale Freundschaft hinaus, was in "Requiem" nochmals deutlich wird. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen.
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Der Abschluss der Amor-Trilogie konnte mich absolut in seinen Bann ziehen und ich bin auch recht glücklich über den Ausgang. Lauren Olivers traumhafter Schreibstil und die geniale Idee vereinen sich zu einer absolut gelungen Geschichte mit vielen tollen Charakteren. Nichts wirkt farblos oder unwichtig, alles ist wahnsinnig gut durchdacht und schlüssig. Die wunderbaren Emotionen, die mich schon ab Band 1 faszinierten, waren durchweg vorhanden und machen diese Reihe schlichtweg besonders.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

1 Kommentar:

  1. Huhu :)

    Na endlich mal wieder eine Rezi, die mich aufatmeen lässt :D Bisher waren alle, die ich gelesen habe, alles andere als begeistert und ich bin foh, dass mal eine andere Meinung vertreten wird :) Dann kann ich mich ja doch noch ran trauen, ohne voll Angst haben zu müssen :)

    Tolle Rezi!

    Ganz liebe Grüße
    Nadine <3

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