>Rezension< Die Bestimmung - Letzte Entscheidung von Veronica Roth

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Originaltitel: Divergent 3 - Allegiant

Autor: Veronica Roth

Gebundene Ausgabe: 512 Seiten

Verlag: cbt (24. März 2014)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3570161579

ISBN-13: 978-3570161579

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren


Preis: 17,99 €



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Die Fraktionen gibt es nicht länger. Das System steht vor dem aus. Die Menschen in der Stadt scheinen nun die Wahrheit über ihr Leben zu kennen, die nichts weiter als eine große Lüge ist. Alles was sie gekannt und geliebt haben steht nun in einem völlig anderem Licht. Es gibt eine Welt außerhalb des Zauns. Als sie sich entschließen diese zu erkunden stoßen sie auf weitaus schlimmere Dinge und kein Ort scheint mehr sicher zu sein. Es beginnt ein Kampf für die Freiheit aller und gegen die schrecklichen Lügen. Die Welt beginnt zu wanken und bald schon stehen Tris und Four vor unendlich vielen Fragen. Wem kann man überhaupt noch trauen? Was ist das Richtige?
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Als ich dieses Buch dem Postboten aus der Hand riss, wusste er nicht, dass ich es vor Freude tat, denn er schaute mich an als wäre ich komplett irre. Ich habe mich soooo gefreut und auch sofort nach Beenden meiner damaligen Lektüre begonnen. Ich wurde entgegen vieler anderer Stimmen keinesfalls enttäuscht, im Gegenteil.

Der Schreibstil bereitete mir, wie schon in den beiden ersten Bänden ein absolutes Vergnügen. Es wirkt alles so selbstverständlich wie das Gras auf einer Wiese. Es muss einfach genauso sein. Die flüssige und leichte Art des Schreibens ermöglicht immer wieder ein bedingungsloses Eintauchen in die von Veronica Roth erdachte Welt. Es gab wenige Momente in denen ich nicht völlig der Realität entgleiten konnte. Diese entsprangen meist daraus, dass der Perspektivenwechsel zwischen Tris und Four zu ähnlich war und ich mir ab und zu etwas unsicher war, wen ich gerade lese. Alles in allem fügte sich dies jedoch auch gut in die Entwicklung der Beziehung ein.

Die Geschichte hat mich schon ab Band 1 sehr beschäftigt, da sie doch recht skurril daher kommt und die Idee eines derartigen Fraktionssystems nur ein vages Bild in meiner Vorstellungskraft projizierte. Vor allem das Funktionieren dieses Systems erschien mir von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Dies ist jedoch der Aspekt, der mich trotz der Seltsamkeit der einzelnen Fraktionen immer sehr reizte, denn im großen Ganzen ergibt es Sinn, wie bei einem Uhrwerk, bei dem alle Zahnräder funktionieren müssen, damit die Uhr läuft. Diese Vorahnungen und Vermutungen des Scheiterns, die katastrophalen Auswirkungen und all das Chaos was dies zur Folge hat, waren für mich stets der Spannungserzeuger schlechthin. Nach Band 2 bin ich in gewisser Hinsicht aus allen Wolken gefallen und wollte sofort weiterlesen. Dass jedoch im Endeffekt diese Ahnungen auf ein chaotisches Fortschreiten der Geschichte schließlich zu einem einzigen Dämpfer werden sollten, überraschte mich dann doch wieder. Dieser Abschluss der Reihe war stellenweise so verworren, dass ich im Durcheinander der Verschwörungen kaum noch wusste, wo mir der Kopf stand. Rebellionen wo das Auge hinsah, egal welcher Schauplatz, es spaltete sich immer noch irgendwie eine Gruppe ab, die die jeweils bestehenden Rebellionen noch zusätzlich in Frage stellte und wiederum einen Widerstand bildete. Im Endeffekt musste ich meine Gedanken oft recht klar ordnen, um zu verstehen, welcher Intention alles folgt und somit die Bedeutung für das große Ganze heraus zu kristallisieren. Aufgrund dieser Verstrickungen gab es jede Menge „Strategiegespräche“, die meiner Meinung nach auf Dauer zu Längen führten. Diese Dehnungen des Handlungsstrangs taten meinem Lesevergnügen jedoch nur wenig Abbruch. Die ganze Sache hatte auch den Vorteil, dass man konzentriert bleiben musste, um dem Geschehen weiterhin uneingeschränkt folgen zu können, was dazu führte, dass man das Buch einfach nicht weglegen will. Abgesehen von diesen kleineren Längen war die gesamte Geschichte äußerst rasant und opferreich. Es gibt so viele Verluste, dass ich nicht selten ein wenig melancholisch wurde. Der Abschluss einer Reihe ist im positiven Falle auch immer ein recht schwerer Abschied, wenn dann auch noch einige Charaktere sterben, tritt die Wehmut erst recht ein. Manches ging jedoch so unglaublich schnell, dass ich auf meiner Hetzjagd zwischen den Seiten erst in ruhigen Szenen die Bedeutung der Tode verstehen konnte. Dabei haben es mir diese Skrupellosigkeit und Gleichgültigkeit teilweise wirklich angetan. Es erzeugte eine düstere und hoffnungslose Atmosphäre. Wo man auch hinkam, es schien kein Platz für ein normales Leben. Die Hintergrundgeschichten vieler bekannter Charaktere setzten dem ganzen noch ein Krönchen auf. Es wurde alles wie selbstverständlich eingeflochten und machte den Blick auf so manchen Beweggrund frei. Auch das nervige Hin- und Her zwischen Tris und Four bekam endlich einen Dämpfer, wenngleich es ab und an noch für Unmut meinerseits sorgte.
Das Ende ist vernichtend und schrecklich. Ich war kurz geschockt, fand es schließlich jedoch absolut passend und perfekt. Es hätte einfach gar nicht anders kommen können. Alles was die Geschichte prägt findet damit seinen Platz. Den Unmut vieler Fans kann ich dennoch ganz gut verstehen, aber ich teile ihn keineswegs. Im Gegenteil, dieses Ende hat meiner Meinung nach das gesamte Buch um ein vielfaches aufgewertet, so viele Emotionen, so viele beantwortete Fragen und so viele tiefgründige und wahre Gedanken.


Die Personen bleiben in gewohnter Manier authentisch und vor allem sich selbst treu. Allen voran Tris zeigt ihren wundervollen Charakter in seiner vollen Größe und Tragweite. Das Ausmaß ihrer Selbstlosigkeit konnte mich wie in jedem der drei Bände absolut begeistern. Hinzu kommen Mut, Stärke, Ausdauer und Durchsetzungsvermögen. Sie ist der Wahrheit immer auf der Spur und versucht sogar den Menschen zu verzeihen, die ihr undenkbar Schreckliches antun wollten. Sie hinterfragt alles sehr genau, setzt ihren Scharfsinn stets so präzise ein, dass Lügen und Intrigen schnell aufgedeckt werden. In Band 2 war sie mir zeitweise entgleitet, doch die Entwicklung die sie dort durchmachte, setzte sich hier fort und so konnte ich nur staunen, vor allem zum Ende hin ergibt gerade durch diese junge und zierliche Frau alles einen absolut tollen Sinn. Sie verbindet die einzelnen Handlungsstränge, das zeitweise Wirrwarr und all die gemachten Schlussfolgerungen zu etwas Großen und dieser Punkt überzeugte mich vollends und löste Begeisterung aus. Beide Protagonisten wirkten in diesem Teil erwachsener, auch im Zusammenspiel miteinander. Teilweise schimmerten noch ein paar wenige Teenieallüren hindurch, doch diese wenigen Momente empfand ich als notwendig, wenn auch nervig. Four wirkte in vielerlei Hinsicht nun viel zerbrechlicher und bietet Angriffsfläche für unüberlegte Handlungen. Seine Lage konnte ich gut nachvollziehen und die Intension hinter seinen Aktionen gleichen einem Akt der Verzweiflung, die sie schlussendlich auch waren. Die unbändige Willensstärke, Kraft und den Mut, den er stets gezeigt hat, geraten ins Wanken und machen ihn so zeitweise zu einer instabilen Persönlichkeit, doch an dieser Stelle ist es einfach authentisch und auch notwendig. Tris ist diejenige, die ihn stärkt und heilt. Sie zeigt ihm neue Wege und versucht mit viel Geduld und Verständnis ihn zu halten. Das macht auch die Liebe zwischen den Beiden besonders. Sie sind zusammen wie eine Waage, die sich immer wieder ins Gleichgewicht bringt.  
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Mit dem Abschluss der Trilogie konnte mich Veronica Roth erneut mit Begeisterung in ihre Welt ziehen um dort ein Abenteuer zu erleben, was vor allem Schattenseiten hat. Die düstere und aufrührerische Spannung und die absolut authentischen Protagonisten ließen mich an den Seiten kleben und die wenigen Längen beinahe vergessen. Zwischen Verstrickungen und zeitweise auftretenden Unstimmigkeiten nahm diese Geschichte schließlich doch ihr würdiges Ende und lässt mich zufrieden, wenn auch aufgewühlt zurück.  

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Eine absolut würdige Rezension für diesen tollen Abschluss! Ich stimme dir ja größtenteils zu und finde das Ende auch einfach nur passend :) So wie wir, hihi <333

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  2. Tut mir leid, ich lese mir noch nicht die Rezension durch, das mache ich dann, nachdem ich das Buch gelesen habe. Heute kam eine Freundin zu mir und meinte, sie hat geheult, nachdem sie mit dem Buch fertig war, weil es so schlecht war. Da dachte ich dann gleich wieder, na toll und du hast es dir grade erst bestellt und so viel Geld dafür hingedrückt. Aber anscheinend ist es echt sehr unterschiedlich angekommen. Also ich bin auf jeden Fall gespannt, auf welcher Seite ich dann stehe - ob ich lachen oder weinen kann ?! :D

    Liebe Grüße,
    Locke :)

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  3. Hey, du hast ja fast genau die gleichen Kritik- und Lobpunkte wie ich xD
    Ich kann dir total zustimmen: Tolles Ende. Brutal real. Und einfach toll gelöst, abgesehen von dem Mittelteil und dessen ganze Verwirrungen und Verstrickungen :P

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