>Rezension< Die Verschworenen von Ursula Poznanski


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Autor: Ursula Poznanski

Gebundene Ausgabe: 464 Seiten

Verlag: Loewe Verlag; Auflage: 1 (16. Oktober 2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3785575475

ISBN-13: 978-3785575475

Zielgruppe: Leser zwischen 14 und 17 Jahren

Preis: 18,95 €


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Ria und ihre Freunde finden unterirdisch Schutz bei dem Dornenclan. Nicht alle wissen jedoch vom weiteren Verbleib der ehemaligen Sphärenbewohner. Die Dornen schweben bald darauf zunehmend in Gefahr. Feindliche Clans verüben Angriffe und Gruppen von Sentinel streifen im Gebiet umher. Schnell müssen sie feststellen, dass sie auch hier nicht in Sicherheit sind. Aureljo begibt sich mit Eifer an die geplante Rückkehr in die Sphären, unterdessen forscht Ria nach Jordans Chronik und wird sogar fündig. Ihre Erkenntnisse sind jedoch undeutlich und verworren. Die Ausweglosigkeit und das fehlende Sonnenlicht unter der Stadt machen ihr schwer zu schaffen. Ihr einziger Lichtblick sind die heimlichen Treffen mit Sandor, der ihr mit jedem Ausflug mehr zu bedeuten scheint. Doch dann geschieht ein Unglück und nichts ist mehr wie es war…
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Es kam wie es kommen musste. Als ich „Die Verratenen“ damals beendet hatte, hätte ich schwören können, dass mir jede Sekunde des Wartens auf die Fortsetzung eine wahre Qual sein wird. Nun war es endlich soweit. Eine der besten Dystopien ging in Runde 2 und ich war erneut völlig sprachlos vor Begeisterung. Es war sogar noch besser als Teil 1, was ich bis dato nicht für möglich hielt.

Der Schreibstil ist ein Meisterwerk in sich. Frau Poznanski ist für mich eine absolute Schreibgöttin. Jede kleinste Zeile trägt die Atmosphäre und Handlung dieser Reihe so authentisch und passend, dass man nicht anders kann als der Realität völlig zu entgleiten. Die Kälte und der Kampf ums Überleben waren auch in diesem Teil ein ständiger Begleiter. Den Emotionsfluss hat die Autorin in ihrer üblichen Genialität wieder direkt an meine Synapsen geklemmt, sodass ich nicht nur einfach Leser war, sondern viel mehr Teil der Geschichte. Das Tempo war in diesem Band noch rasanter, was ebenso der Fülle an Emotionen zu verdanken ist. Diese Authentizität und Stärke ihrer Worte lies jede Seite zu einem Erlebnis der Sonderklasse werden. Ebenso begeistern konnte mich die Vielfalt der Schauplätze und deren Detailtreue. An jedem Ort, an den mich die Protagonisten führten, durchdrang mich die Schwere der Unbekanntheit und dennoch konnte ich jeden kleinsten Bestandteil erkennen, ohne dass Frau Poznanski ihn erwähnen musste. Es entwickelte eine Art Eigendynamik und die Bilder projizierten sich vor meinem inneren Auge immer deutlicher. Auch das schaffen Autoren selten - den Raum für mehr, der die eigene Fantasie zu Höchstleistungen anspornt. 

Die Geschichte hat es mir bereits in Teil 1 angetan. Im Nachhinein musste ich feststellen, dass viele Dinge aus „Die Verratenen“, die ich für schmückendes Beiwerk hielt, schließlich einem so genialen Scharfsinn unterlagen, dass ich nicht selten völlig begeistert kurz inne hielt.
Frau Poznanski verarbeitet Zeile um Zeile so viele Details und Informationen, dass man ab und zu vermeintlich die Übersicht verliert beziehungsweise nicht gleich erkennt wohin so manche Geschehnisse führen sollen. Was sich dann im Laufe des Erzählstranges auftut ist gigantisch. Es war ein Wechselbad der Gefühle und genau das ist es, was mich an dieser Reihe so beeindruckt. In manchen Passagen kann man sich kaum retten vor Spannung und die Autorin schafft es immer wieder aus diesen Situationen das Maximale herauszuholen, sodass man kaum noch zu Atem kommt und schon das Umblättern der Buchseiten hinderlich wirkt.
Der Gegenpart dazu waren die ruhigen Analysen. Man konnte förmlich zusehen wie sich in diesen nachdenklichen Schritten ein Puzzleteil nach dem anderen zusammensetzte. Dies mündete meist in brillante Erkenntnisse. An jenen Stellen glaubte ich fast zu ertrinken in der Bedeutsamkeit der rasanten Wendungen. Wenn sich wieder ein Kreis schloss, konnte ich oft gar nicht fassen, welcher genialen Logik alles folgt. Als endlich Licht ins Dunkel kam und ich erkennen musste, dass ich alles was bisher war eher wie hinter einem Schleier erlebte. Erst dann, als ich die tatsächliche Wahrheit in ihrer rohen Form erfasste, bemerkte ich, dass ich die ganze Zeit über blind vor eigenen Erkenntnissen war. Es ist alles so gezielt eingesetzt, dass ich oft mit geweiteten Augen und offenem Mund nach Fassung ringen musste. Die gesamte Entwicklung der Geschichte verwob sich mit dem Vorankommen der Protagonisten zur Aufklärung ihrer misslichen Lage. Es beginnt sehr ruhig, düster und aussichtslos. Alles scheint auf eine Sackgasse zuzuführen und die Unsicherheiten weiten sich zu einer scheinbar unbezwingbaren Krise aus, bis man schließlich vor diesem einem Abgrund steht und alles keinen Sinn mehr ergibt. Doch plötzlich kommt die rettende Erkenntnis, obwohl sie die ganze Zeit greifbar war. Ein Ereignis jagt das nächste, das Spannungslevel steigt und steigt, bis es förmlich zum zerbersten gespannt ist und schließlich entlädt sich alles in einem derartig vollkommenem Abschluss, dass es einem den Boden unter den Füßen wegreißt.

Die Personen bleiben gewohnt authentisch. Vor allem die Protagonistin Ria ist ein echtes Juwel. Schon allein ihre Gabe, die Menschen in ihrem Umfeld derart „manipulieren“ zu können, beeindruckte mich nach wie vor. Sie scheint eine Meisterin der Emotionskontrolle zu sein und weiß dies auch feinsinnig einzusetzen. Ich mochte ihre Art von der ersten Sekunde an. Eine wahnsinnig intelligente, junge Frau, deren alles überdeckender Gerechtigkeitssinn sie zu genialen Denkleistungen anspornt. Sie wirkt in diesem Teil sehr grüblerisch, zieht ständig neue Schlüsse, hinterfragt alles und wirft bereits gewonnene Erkenntnisse zurück in die Wagschale, um die Dinge auch noch aus anderen Perspektiven zu betrachten. Ich mochte die Situationen in denen sie völlig in Gedanken versunken alles bis ins Kleinste analysierte. Wie schon erwähnt erlangt man als Leser so die nötige Ruhe, die zwischen den spannungsgeladenen Ereignissen für die nötige Erholung sorgt. Damit führte mich Ria so in wahre Begeisterungsströme. Es war in vielerlei Hinsicht wie detektivische Aufklärungsarbeit. Sie ist in ihren Bestrebungen rund um die Lösung ihrer verzwickten Lage so mutig, hartnäckig und stark, dass man beinahe glaubt, sie sei unbezwingbar. Doch auch für diese Sache hat die Autorin ein Schlupfloch - die Liebe. Hier führt sie Ria in ihrer fast überirdischen Logik wieder zurück in die Menschlichkeit, was es mir noch leichter machte, sie auch einfach zu lieben.
Aureljo war in seinen Handlungen schon von Band 1 an der beständigste. Er ist die gesamte Zeit über mit der Verwirklichung seiner Pläne beschäftigt und lässt sich durch nichts davon abbringen. Er ist so überzeugt von seiner Idee, dass kein Platz für Zweifel bleibt. Es grenzte schon an Starrsinn. Er war für mich nie ein wirklicher Sympathieträger, weil ich generell kein Fan von Nüchternheit bin. Auch wenn ab und an ein wenig Emotion hindurch scheint, war er doch die meiste Zeit der sachliche Anführer.
Sandor hingegen bekam in „Die Verschworenen“ mehr Raum. Auch wenn seine Entwicklung recht typisch für dieses Genre ist, mochte ich ihn. Jedoch konnte auch er mich nicht restlos in seinen Bann ziehen. Seine Bedeutsamkeit, die Handlung betreffend, hingegen schon. Er verursachte so manches geniales Schlüsselereignis. Ich schwankte ständig zwischen Sympathie, Abscheu, Ratlosigkeit und Entzücken. Gerade die Unbeständigkeit und damit wohl das krasse Gegenteil von Aureljo, brachten ihm diese unabdingbare Relevanz für den Handlungsstrang ein. Er ist das beste Beispiel dafür, dass man manche Emotionen nicht kontrollieren kann und auch nicht sollte. Sein Charakter spiegelt in vielerlei Hinsicht die gesamte Atmosphäre der Geschichte wider – ein Wechselbad der Gefühle.
Da Sympathie jedoch nichts mit der Bewertung an sich zu tun hat, kann man der Autorin einmal mehr auf die Schulter klopfen, denn soviel Tiefe und überragend ausgearbeitete Personen, gelingen nur selten. Auch jeder noch so kleine Nebencharakter trägt in wunderbarer Weise zum großen Ganzen bei. In diesem Buch ist einfach nichts dem Zufall überlassen und diese Art, wie alles einem tieferen Sinn folgt, liebe ich.

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Mit dieser Fortsetzung konnte mich Frau Poznanski erneut absolut begeistern. In „Die Verschworenen“ zeigt sie einmal mehr, welch genialer Logik diese Geschichte folgt. Jeder Zeile verleiht sie mit ihren starken Worten einen Sog, dem man sich nicht entziehen kann. Die Realität wird zur Nebensache und man beschreitet mit absolut tollen Protagonisten den Weg in eine großartig erdachte Welt. Doch damit nicht genug, denn am Ende entlädt sich die kontinuierlich aufgebaute Spannung in einem brillanten Finale. Nach dem Ausgang dieses Mittelbandes schmachte ich nach dem Abschluss der Reihe, denn dieser verspricht überwältigend zu werden.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität




Lieblingsbuchstatus

Kommentare:

  1. <3 <3 <3.... (stell dir hier noch tausende vor)
    Wieder einmal fantastisch geschrieben - ich war sofort wieder in dieser genial durchdachten Geschichte! Hätte ich es nicht schon selbst gelesen, MÜSSTE ich es nach deiner tollen Rezi <3
    Das Ende ist ein "vollkommener Abschluss", da kann ich dir nur zustimmen. Wie GENIAL durchdacht, Hut ab vor Ursula Poznanski :-)

    Viele Küsse

    Steffi

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  2. Becca, wie lange warte ich auf diese Rezi und jetzt endlich erstrahlt sie von deinem Blog!
    Einfach genial, wie mega-super du dieses Meisterstück ehrst! Aber dieses Buch hat auch alle begeisterten Rezensionen dieser Welt verdient!!

    Jetzt heißt es leider wieder warten, auf den Braten, im Garten - was ist, markierst du hier den Harten? xDD Ich wollte so gerne auch mal reimen! xDD :'D

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  3. Liebste Becca,

    ich schäme mich, dass ich die Rezension erst jetzt lesen konnte! Genial, toll beschrieben, authentisch! Ich ziehe ehrfurchtsvoll meinen Hut vor dir. Du hast es echt drauf :-)

    Ganz liebe Grüße <3

    Kay

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  4. Ich kann mich dir nur anschließen, Ursula ist eine Schreibgöttin! Meinen Vorrednern kann ich mich ebenfalls anschließen, du hast die absolut treffensten Worte für diese geniale Geschichte gefunden. Ich ziehe nicht meinen Hut (weil ich gerade keinen trage), aber ich erhebe meine Teetasse für dich :D <3

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