>Rezension< Lockwood & Co - Die seufzende Wendeltreppe von Jonathan Stroud

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Originaltitel: Lockwood & Co.-The ScreamingStaircase

Autor: Jonathan Stroud

Gebundene Ausgabe: 432 Seiten

Verlag: cbj (11. September 2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3570156176

ISBN-13: 978-3570156179

Zielgruppe: Leser ab 12 Jahren


Preis: 18,99 €


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Wenn die Dämmerung einsetzt und die Kirchenglocke die Ausgangssperre einläutet, erhellen seltsame Lampen die Straßen von London und in den dunklen Ecken wabern unheimliche Schatten umher. Seit Jahrzehnten sind Heimsuchungen in allen Formen zu einer furchtbaren Plage geworden. In ganz Großbritannien haben sich Agenturen gebildet, die dieser Geisterseuche Herr werden wollen. Leider sind diese Unterfangen nicht ganz ungefährlich und so verlieren nicht selten ein paar Mitarbeiter ihr Leben.
                                                                  

Eine dieser Agenturen ist Lockwood & Co. Zu Dritt bestreiten sie ihren Alltag durch kleinere Aufträge, doch plötzlich widerfährt ihnen ein schwerer Fehler und sie sitzen auf einem Berg von Schulden. Doch damit nicht genug, die fehlgeschlagene Austreibung hat ominöse Hintergründe, die es aufzudecken gilt. Bald darauf befinden sich Lockwood und seine Mitarbeiter Lucy und George in akuter Lebensgefahr…
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Lockwood & Co hat mich nicht auf Anhieb angesprochen. Doch dann kam die Buchmesse und ich kam in den Genuss den Autor persönlich zu treffen. Dieser hat mich schon von seinem Buch überzeugt, ohne davon zu sprechen.

Der Schreibstil ist sehr ausschweifend und beschreibt die Dinge bis ins kleinste Detail. Die Vorstellungskraft muss so nicht strapaziert werden und es bleibt wenig Raum für eigene Ideen. Das war jedoch nicht unbedingt nötig, denn die Fülle der Eindrücke war so dosiert, dass man kaum Zeit für derartige Gedanken hatte. Der erschöpfende Stil wurde absolut aufgewertet durch den tollen Humor, der schon auch ein wenig sarkastisch ist.

Die Geschichte ist für mich etwas Neues gewesen und daher sehr zuträglich. Derartige Geschichten über Geisterjäger strahlen immer einen gewissen Reiz aus. Alles was daran meine Aufmerksamkeit weckt, war vorhanden und wundervoll aufgebaut. Die verschiedensten Erscheinungen und für jede Schwierigkeitsstufe andere Waffen und Ausrüstungen wurden so umfassend dargestellt, dass schon an diesen Stellen das Lesen Spaß machte. Hinzu kam schon bald eine Sache, die wohl jeden Lebenden interessiert. Welche Geschichten stecken hinter den teilweise schrecklichen Heimsuchungen? Da das Buch sich generell um sehr junge Menschen, beinahe Kinder, dreht, war mir vorerst suspekt, wie der Autor diesen Aspekt verarbeiten will. Dies ließ sich auch meiner Meinung nach bis zum Ende hin nicht hundertprozentig vereinbaren. Die Protagonisten verhielten sich einfach viel älter als sie dargestellt sind. Dennoch war die Grundstory so präsent und toll ausgearbeitet, dass dieses kleine Ungleichgewicht schnell nicht mehr auffiel. Bald schon fühlte ich mich wie ein Ermittler und wurde von der Beweislast erdrückt. Nach und nach fügten sich die Puzzleteile zusammen und als ich gerade dachte der Fall sei gelöst, baute der Autor kurzerhand ein grandioses Ablenkungsmanöver ein, was sich schließlich in einer tollen Auflösungsszene entlud und alles wieder miteinander verknüpfte. Der Gruselfaktor kam vor allem in den letzten Seiten keinesfalls zu kurz. Von Anfang an schwang eine Spannung mit, die allein durch die düstere und mysteriöse Stimmung hervorgerufen wurde. Das am Tod oft nichts Gutes haftet und die Abgründe der Menschheit sich durchaus hinter knarrenden Dielenböden verbergen können, ist nicht gerade neu. Doch die Manifestationen und Formen der Verstorbenen sind in diesem Buch einfach so vielfältig und oft auf die jeweilige Todesgeschichte angepasst, dass es noch eine ganz andere Dimension annahm. Die Grundatmosphäre des Buches hat mich zum einen an Sherlock Holmes erinnert, was auch ein wenig an Lockwood selbst lag und zum anderen an Ghostbusters, da der Humor und die Unterhaltungen zwischen den drei Protagonisten doch oft sehr amüsant und mit vielen Sticheleien versehen waren.

Die Personen fand ich allesamt sehr gelungen, wenngleich ich, wie bereits erwähnt, ein wenig mit dem Alter zu kämpfen hatte. Es wird aus der Sicht von Lucy erzählt, die wohl im Hause Lockwood & Co. die weitreichendsten Fähigkeiten im Aufspüren von Heimsuchungen besitzt. Über sie erfährt man somit am Meisten, vor allem in einer kleinen Vorgeschichte. Am Anfang bekam ich sofort ein wenig Mitleid, denn dieses arme Mädchen musste schon unglaublich viele Grausamkeiten in ihrem Leben wegstecken, doch Mitleid hat Lucy Carlyle nicht nötig, denn selbst in den dunkelsten Stunden beweist sie oft Mut und Durchhaltevermögen. Mehr und mehr wird sie mit ihrer Fähigkeit eins und kann sich so voll und ganz auf ihr Gespür verlassen. Es bleibt jedoch gerade in Hinsicht ihrer Feinfühligkeit gegenüber den Toten noch einiges offen, was mich sehr gespannt zurücklässt. Ich denke, da haben wir noch einiges zu erwarten. Mit jugendlichem Humor, einer großen Portion Mut und vielen liebenswerten Wesenzügen, war sie mir von Anfang an sympathisch.
Lockwood, der Besitzer von Lockwood & Co., wie es der Name schon sagt, ist da schon ein wenig schwieriger. Über ihn erfährt man eigentlich gar nichts. Er wirkt kühl, unnahbar und ein wenig berechnend. Seine Fälle und die Aufklärung stehen immer im Vordergrund, er scheint neben dem Geisterjagen noch Detektiv und Denker erster Güteklasse zu sein. Doch bei ihm schwingt noch eine Menge jugendlicher Leichtsinn mit. Er will alles und das am liebsten sofort erledigen, stürzt sich vorschnell in vermeintliche Abenteuer und bringt so sich und seine Angestellten in Gefahr. In wenigen Szenen lässt der Autor durchblicken, dass Lockwood aus einem bestimmten Grund so unnahbaren wirkt, auch in dieser Hinsicht freue ich mich auf eine Fortsetzung. Ich mochte ihn recht gern, da hinter solchen Charakteren meist jede Menge Geheimnisse stecken und ich liebe es, wenn es ein wenig geheimnisvoll wird und man vielleicht einen Blick auf die verbotenen bzw. verborgenen Dinge erhaschen darf.

George ist schlicht und ergreifend ein kleines, dickes, liebenswertes Ekel. Er ist grundehrlich und direkt, sagt also immer was er denkt und fühlt. Wenn ihm etwas nicht passt, wird kurzer Hand ein Streit vom Zaun gebrochen und alles löst sich in den Wogen der Wut wieder auf wie der Plasmanebel der Geister durch Salz und Eisen. Seine Aufgabe ist vordergründig die Recherche hinter den Aufträgen, nur leider wird dies nicht oft genug von Lockwood gewürdigt, obwohl er meist essentielle Dinge herausfindet. Diese kleinen Zwistes zwischen George’s ausführlichen Ermittlungen und Lockwood’s Tatendrang waren auch oft genug sehr amüsant anzusehen. Alles in allem ein geniales Trio. Auch die Bösewichte und alle weiteren Personen, passten wahnsinnig gut in diese tolle Geschichte.

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Eine gruselig gute Geschichte mit viel Humor und einer spannend-düsteren Atmosphäre. Jonathan Stroud ist mit „Lockwood & Co“ ein Auftakt gelungen, der sehr neugierig macht. In detektivischer Manier scheint man in die Lösung der Fälle involviert zu werden und kann sich so perfekt mit den tollen Protagonisten anfreunden. Bis auf kleinere Schwierigkeiten mit dem Alter und dem jeweils passendem Verhalten der Protagonisten, war es wirklich gut. Durch dieses Buch habe ich richtig Lust auf Geisterjägergeschichten bekommen und freue mich sehr auf die Fortsetzung.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Toll geschrieben und wir sind uns ja so ziemlich einig :-)
    Außer dass ich die Jugend der Protas und die seeeeeeeeeeeeehr detailreichen Beschreibungen mit dem "Kinderbuchstil" erklärt hab :-)
    Aber insbesondere das Ende war mega mega spannend, und die Ghostbusters konnte ich auch nie ganz aus meinem Kopf verdrängen :-)

    viele Küsse
    Steffi

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  2. Du hast es mal wieder geschafft mich total neugierig zu machen, danke mein Schatz <3. Ich freu mich auf jeden Fall aufs Lesen :D

    Wie immer wundervoll geschrieben :)

    Ganz viel Küsschen <3

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