>Rezension< Flammen über Arcadion von Bernd Perplies


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Autor: Bernd Perplies

Gebundene Ausgabe: 528 Seiten

Verlag: Egmont LYX; Auflage: 1 (13. September 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3802586379

ISBN-13: 978-3802586378

Preis: 19,99 €

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Carya lebt hinter den Mauern von Arcadion, dem einstigen Rom. Nach einem langen verheerenden Krieg ist die Welt eine andere, weite Teile der Erde sind verwüstetes Ödland und die Menschen klammern sich an Glaube und feste Regeln. Carya lebt gesetzestreu und scheinbar wohlbehütet. Doch schon bald lernt sie die Schattenseiten des arcadischen Regimes kennen. Ihre beste Freundin Rajael gerät in Schwierigkeiten. Als die beiden Mädchen mit Ansehen müssen, wie die Inquisition Menschen auf schlimmste Weise foltert, sieht Carya rot und schießt kurzerhand auf alle im Saal anwesenden. Ab diesem Zeitpunkt ist sie auf der Flucht. Alles scheint verloren, doch dann begegnet sie dem Templersoldaten Jonan, der ihre letzte Chance zu sein scheint. Ist der Preis für die Freiheit doch zu hoch gewählt?
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Es ist beinahe eine Schande, wie lange dieses Buch auf meinem SuB herumgedümpelt hat. Keine Ahnung, was mich geritten hat, es so lange schmoren zu lassen, aber ich bin froh, dass ich es jetzt endlich gelesen habe. Und ich kann es nicht oft genug erwähnen: DIESES COVER! Die ganze Reihe hat derart wunderschöne Cover, dass man sie allein deshalb besitzen sollte und eines vorweg: Auch der Inhalt ist richtig toll!

Der Schreibstil ist anders. Vielleicht ist er vollkommen an die Geschichte angepasst oder einfach Herrn Perplies Art zu schreiben. Ich war nach kurzer Verwunderung jedenfalls davon angetan. Es wirkt ein wenig altertümlich, ab und an sogar ein befremdlich. So ist das Licht Gottes ein ständiger Begleiter und auch sonst ist die Ausdrucksweise schlichtweg andersartig und perfekt verwoben mit der erdachten Welt. Ich hätte mir für diese Art von Geschichte keinen besseren Stil wünschen können. Er trägt die gesamte Atmosphäre und lässt die Protagonisten mit all ihrer Emotion darin richtiggehend aufblühen.

Die Geschichte sticht in seinem dystopischen Genre durchaus hervor. Einerseits durch den auffallend anderen Schreibstil, anderseits durch den Aufbau des Handlungsstrangs. Ich war mir gar nicht so sicher, was mich hier erwartet, dass es jedoch zu einer wahnsinnigen tollen Geschichte heranreift, kam mir relativ schnell in den Sinn. Es beginnt sehr leicht und alltäglich. Man lernt die Protagonistin Carya und ihr Leben in Arcadion kennen. Es wirkt alles sehr streng und penibel geordnet. Doch schon bald fängt dieses Bild an zu bröckeln und es kündigt sich bereits an, dass Carya Teil von etwas Großem sein wird. Ich empfand diese aufrührerische Phase als absolut genial. Es zeigt die Schatten von Arcadion und bald schon soll ein kleiner Funke einen wahren Schwelbrand  der Veränderung hervorrufen und das nicht nur für die Protagonistin. Das ganze Ausmaß der skrupellosen Machthaber wird einem als Leser in seiner rohsten Form vor die Füße geworfen und nicht selten musste ich ein wenig geschockt und auch voll Unverständnis kurz innehalten und den Kopf schütteln. Es passiert soviel, dass man kaum dazu kommt über die Folgen von so mancher Handlung nachzudenken. Kaum hatte man ein Hindernis erfolgreich überwunden, kam auch schon die nächste Sache um die Ecke. Inmitten der Ohnehin schon tollen und absolut spannenden Ereignisse, tut sich etwas auf, was mich vor Neugier beinahe platzen lies und eigentlich immer noch lässt, da es längst nicht geklärt ist. Die Protagonistin hält anscheinend noch einige Geheimnisse für den Leser bereit, die es zu erforschen gilt. Es kündigt sich alles schon sehr früh an und es geschehen Dinge mit ihr, die mich stets aufhorchen ließen. Auf den ersten Blick wirkte so manche Handlung absolut hirnrissig. Doch was steckt nur dahinter? Ich hoffe, dass ich in Teil 2 mehr erfahren darf. Natürlich gibt es auch wieder ein wenig fürs Herz. In einer Hinsicht fand ich die relativ zarte Liebesgeschichte unschön. Die Liebe auf den ersten Blick ereilt einen hier – mal wieder!? Zuerst konnte ich mir ein genervtes Seufzen nicht verkneifen, doch manchmal geht es einem wohl selbst so, dass in einem Blickwechsel soviel Intensität steckt, dass der ganze Körper unter Strom zu stehen scheint. Ob es unweigerlich zu einer tiefen Liebe führt, ist natürlich Ansichtssache und genau das wird, zum Glück, auch so dargestellt und machte es schließlich wieder authentischer. Der Autor hat die Kurve also in letzter Sekunde noch bekommen. Erwähnenswert ist hierbei, dass die ganze Liebesgeschichte absolut essentiell für den gesamten Verlauf der Handlung ist, was mir dann schon wieder sehr zugesagt hat.


Die Personen sind allesamt sehr gelungen. Carya war mir nicht sofort sympathisch, sie wirkte wie ein schwärmerisches Naivchen, was wohlbehütet in den Mauern von Arcadion aufgewachsen ist und quasi blind an die Richtigkeit des Systems glaubt. So ist es ja leider meistens. Doch hier hielt Bernd Perplies etwas bereit, was ich so nicht erwatet hatte. Ihr Wandel geht Schlag auf Schlag und scheint nahezu einer höheren Macht zugeschrieben zu sein. Am Anfang war ich völlig perplex über ihre seltsamen Reaktionen. Ich fand es fast schon ein wenig lächerlich und völlig übertrieben. Doch immer wieder schleichen sich Begebenheiten ein, die einem als Leser in kleinsten Häppchen auf etwas stoßen lassen, was nicht nur geheimnisvoll, sondern vor allem höchst interessant wirkt. Schon bald war ich völlig im Bann und konnte über das kleinere Unverständnis hinwegsehen. Jonan war mir auch nicht sofort super sympathisch, da er keine besondere Ausstrahlung oder Anziehungskraft besaß. Er verliebt sich Hals über Kopf in ein Mädchen und wirft deshalb sein gesamtes Leben über den Haufen. Warum? Es wollte sich mir eine ganze Weile lang einfach nicht erschließen. So naiv kann man wirklich nicht sein. Bald jedoch kristallisierten sich einige andere Beweggründe seiner Handlungsweisen heraus. Er bekam mehr und mehr Tiefe und sein sturer Drang Carya um jeden Preis zu beschützen, beeindruckte mich schon bald sehr. Es passieren so viele Dinge auf einmal, dass ich kaum mehr zu atmen kam und die Entwicklung beider Protagonisten nimmt eine so rasante Fahrt auf, dass ich am Ende nur beeindruckt zurück blieb. Einer konnte nahezu gleich mein Herz erobern – der „kleine“ Pitlit. Ein so junger Mensch, der das Leben zwar verstanden hat, es aber keineswegs zu ernst nimmt. Kindlicher Eifer, Mut und sehr viel Durchsetzungsvermögen haben ihn für mich zu einem wichtigen Bestandteil der Geschichte gemacht. Seine ganze freche Art und die witzigen, aber dennoch gefährlichen Aktionen haben neben dem ohnehin tollen Humor für Auflockerung gesorgt und den Lesefluss enorm gesteigert. 
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Flammen über Arcadion ist eine spannungsgeladene Dystopie der etwas anderen Art. Sie kann mit unerwarteten Wendungen, lebendigen Orten und einem gut durchdachtem Handlungsstrang auftrumpfen und sehr oft überraschen. Die Protagonisten fügen sich nach anfänglichem Unverständnis perfekt in die Geschichte ein und verleihen ihr eine besondere Note. Einige wenige Ungereimtheiten konnten schon bald ausgeräumt werden und es bleibt jede Menge Potenzial für die Fortsetzungen. Ich freue mich sehr auf die beiden Folgebände, weil noch jede Menge geheimnisvolle Dinge in der Luft liegen. Für Dystopiefans ist dies genau die richtige Lektüre.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität


Kommentare:

  1. Ich habe vor Kurzem alle drei Bände gelesen. Die Geschichte ist so spannend, daß ich die Bücher kaum aus der Hand legen konnte. Ich wünsche Dir viel Spaß bei den anderen beiden Bänden!

    LG
    Annegret

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  2. Hallo Rebecca,

    eine geniale Rezension zu einer genialen Reihe! Der Mondkaiser wird dir noch mehr gefallen ;-)

    LG

    Kay

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  3. Wunderschöne Rezension mein Herz <3 deine Begeisterung ist so schön spürbar. Auf die Folgeteile kannst du dich definitiv freuen, denn da wirst du all die Antworten bekommen, die dir jetzt noch fehlen. Es wird noch richtig spannen, und wie Kay ja schon sagt, der Mondkaiser wird dir noch besser gefallen. Er ist mein absoluter Liebling der Reihe :)

    Mit Pitlit kann ich dir nur zustimmen, er ist absolut genial <3

    Viele Küsschen <3

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  4. Hallo Rebecca! :)
    Die Rezension ist wirklich klasse, auch wenn ich es von Anfang an toll fand :D
    Aber, wie meine beiden Vorgänger ebenfalls gesagt haben, ist mein persönlicher Liebling der Mondkaiser! <3 Vielleicht haut der dich ganz besonders vom Hocker! xD

    Was ich noch erwähnen wollte - diese Rezi hier hat gar kein "Weiterlesen" - Dingsi! :'(

    Ganz liebe Grüße,
    Jan

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