>Rezension< Legend - Schwelender Sturm von Marie Lu

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Originaltitel: Patriots

Autor: Marie Lu

Gebundene Ausgabe: 442 Seiten

Verlag: Loewe Verlag (16. September 2013)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3785573952

ISBN-13: 978-3785573952

Zielgruppe: Leser zwischen 14 und 17 Jahren


Preis: 17,95 €


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Nach der spektakulären Rettungsaktion von Day, sind er und June nun auf der Flucht vor der Republik. Sie sind die meist gesuchten Straftäter. Day ist schwer verletzt und ihre Mittel zum überleben sind knapp bemessen. Bald darauf schließen sie sich den Patrioten an, um Day’s Bruder zu retten und in die Sicherheit der Kolonien zu fliehen. Die Patrioten finden schnell eine Verwendung für die gefeierten Volkshelden – sie sollen den neuen Elektor töten und eine Revolution auslösen. Als June ihre geplante Position in der Republik einnimmt und näheren Kontakt mit dem jungen Elektor hat, beginnt sie zu zweifeln. Ist er tatsächlich ein solcher Tyrann wie seine Vorgänger? Sind seine Ansichten nicht viel besser? Könnten Sie vielleicht sogar einen Neuanfang für die gesamte Republik bedeuten?

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Ich habe mich so wahnsinnig auf diese Fortsetzung gefreut. Teil 1 war ein absolutes Highlight im vorigen Jahr und ist mir lange in Erinnerung geblieben. Ich hatte Teil 2 schon eine Weile vorbestellt und kaum war es angekommen, habe ich begonnen.

Der Schreibstil ist einfach und flüssig. Wie schon in Teil 1 versteht es die Autorin in präziser Klarheit die Komplexität der Dinge darzustellen. Sie schweift nicht ab und kann dennoch ein deutliches Bild über die Umgebung und Geschehnisse bewirken. Auch der Perspektivenwechsel unterliegt einer wahren Perfektion. Ich war mir zu jeder Minute im Klaren, wen ich gerade lese. Beide sind starke und authentische Charaktere, wie sie unterschiedlicher kaum sein könnten und das merkt man. Die gesamte Gedankenstruktur  und auch die Interaktionen untereinander sind deutlich voneinander abgegrenzt und werden dennoch wahnsinnig gut wieder miteinander und dem Handlungsstrang verknüpft. Hierbei ist mir vor allem bei June aufgefallen, dass die Autorin Zusatzbeobachtungen einfügt. Diese sind meist in Klammern geschrieben und zeigen ihre ausgeprägte Beobachtungsgabe und Merkfähigkeit.

Die Geschichte ist nach wie vor eine tolle Idee und auch wahnsinnig gut umgesetzt. Die Methoden der Obrigkeit, die schrecklichen Schicksale, die durch reine Machtdemonstration hervorgerufen werden und dieses unsagbare Elend, was die ärmsten der Armen trifft. Die riesige Kluft zwischen arm und reich, stark und schwach, nützlich und unnützlich, hat mich in Teil 1 sehr bewegt. In diesem Band zeigt sich die Geschichte vorerst wieder von ihrer dunklen Seite, June und Day haben alles verloren, was ihnen lieb und teuer war und sind nun auf der Flucht. Nirgends mehr sicher zu sein, nichts mehr zu haben und sich nur noch an einen winzigen Strohhalm zu klammern. Die Beklemmung und Angst schwingt die ganze Zeit über mit und versprüht einen unglaublichen Reiz. Man kann sich kaum von den Seiten lösen und will unbedingt wissen, welcher Schritt als nächstes folgt. Ab etwa der Hälfte der Geschichte ging mir diese ganze aufgestaute Spannung und der Reiz leider etwas verloren. Es bäumte sich zu einer echten Durststrecke auf und lies mich etwas ernüchtert zurück, da ich das auch absolut nicht erwartet hätte. Als die Leselust gerade den Bach hinunter ging, tat sich eine Wendung auf, die mich sofort wieder hellwach und gebannt Zeile um Zeile verschlingen lies. Ein Ereignis jagte das nächste. Zwischen Erleichterung und Verzweiflung wird man hin und her geworfen um schließlich völlig fertig auf eine ganz andere Seite zu blicken. Irgendwann konnte ich kaum mehr unterscheiden, was nun wahr oder nicht wahr ist. Wem kann man trauen und wer ist der Verräter? Es ist am Ende alles so verstrickt, weil jeder irgendwie jeden infiltriert und dann doch gar nichts miteinander zu schaffen hat. Aber genau das holte den Reiz zurück – düstere, skrupellose und berechnende Menschen in jeder Schicht der Gesellschaft und jeder Phase der Geschichte. Als sich schließlich alles in einem großen „Showdown“ entladen hat, bricht ein Ende herein, was ich so nicht erwartet hätte. So emotional, so wunderschön, so traurig und dennoch irgendwie perfekt. Ich war beinahe zu Tränen gerührt beziehungsweise musste ich ganz stark den sich anbahnenden Wasserfall zurückhalten. Allein für dieses Ende lohnt sich das Lesen und macht einerseits Freude auf den 3. Band, andererseits auch ein wenig Besorgnis auf die Dinge, die noch kommen.

Die Personen bleiben gewohnt genial. Mein Liebling ist und bleibt June. Schon in Teil 1 war ich rettungslos fasziniert von ihrer Persönlichkeit. Eine so junge Frau, eigentlich ist sie mit ihren 15 Jahren fast noch ein Kind. Sie ist wahnsinnig intelligent und strahlt diese Stärke und Kontrolliertheit aus, welche sie viel älter wirken lassen. Sie möchte stets das Richtige tun, für die richtige Sache kämpfen und hinterfragt einfach alles. Die Genialität und Komplexität ihrer Gedankengänge ließen mich nicht selten staunend zurück. Ihre Auffassungs – und Beobachtungsgabe ist schon beinahe ein wenig überirdisch. Die Perfektion in Person, fast maschinenartig mit der Präzision einer Waffe. Doch eine absolut liebenswerte Schwäche besitzt sie. Sie tritt vor allem bei den Leuten die ihr wichtig sind ständig in ein Fettnäpfchen. Ihre Gedanken und Gefühle sind in jeder Situation absolut angebracht, doch was schließlich aus hier hervorsprudelt, ist oft schroff, verletzend und überheblich. Es wirkt fast ein wenig unbeholfen und tollpatschig und es entsteht so manches Missverständnis. In jeder Handlung ist sie perfekt, doch wenn es um ihr Herz geht, schaltet der Verstand aus. So eine wundervolle Person. Vor allem in der Interaktion mit Day, musste ich wirklich oft schmunzeln, obwohl es alles andere als angenehm für Beide war.
Day, der Volksheld und Staatsfeind Nr. 1, auch er ist super gut gelungen. Sein Gerechtigkeitssinn hat scheinbar keine Grenzen, er will für alle einstehen, denen es schlecht geht oder die einer ungerechten Behandlung durch die Republik zum Opfer gefallen sind. Doch er muss bald schon erkennen, dass alles seine Grenzen hat und die Schwelle zwischen gerecht und ungerecht bis zur Unkenntlichkeit zu verschwimmen droht. Er hält an seinen Prinzipien fest und lässt sich sehr schwer vom Gegenteil überzeugen. Ab und zu hat mich dieses Verhalten genervt. Wie ein bockiges kleines Kind, stellt er oft relativ eindeutige Sachverhalte in Frage und beugt sich nicht – Rebell durch und durch. Doch wenn er dann erkannt hat, was meist reichlich spät kam, was das Richtige ist, war er sich nicht zu schade, um Verzeihung zu bitten. Diese Sache hat mich irgendwie entzückt, weil ihm genau das, von Anfang an ziemlich schwer fiel. Er war immer auf sich allein gestellt, hatte selten jemanden, der ihm dazwischen geredet hat und jetzt muss er sich nicht nur bestimmten Gruppen anschließen, um sein Überleben zu sichern, sondern auch einem Partner, der ihm die Stirn bieten kann und wird – June.

Beide werden erwachsen und müssen zwangsläufig ihre alten Gewohnheiten und Ansichten beiseite legen, um eine andere Sicht auf die Dinge zu bekommen. Gerade für June ist diese Hürde sehr groß und hier zeigt sich wieder die absolute Originalität der Autorin. Eins zu eins trifft folgendes Zitat zu: „Getrennt sind sie erbitterte Gegner, aber zusammen sind sie eine Legende!“ (Ausschnitt aus dem Klappentext von Legend – Fallender Himmel). Sie ergänzen sich so perfekt und helfen sich immer wieder gegenseitig zu neuen Erkenntnissen. In diesem Fall sind ihre Gegensätze, die wahre Stärke. 
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Diese Fortsetzung ist absolut gelungen. Ich hatte sehr hohe Erwartungen und diese wurden weitestgehend erfüllt. Marie Lu konnte mich wieder schnell in den Bann ihrer Geschichte ziehen, die eine ähnlich düstere und beklemmende Atmosphäre versprüht wie bereits in Teil 1. Nicht nur die absolut genial durchdachte Umgebung, sondern auch die beiden Protagonisten Day und June konnten mich erneut überzeugen. Bis auf ein paar Längen im Mittelteil, lassen mich die Geschichte und vor allem das Ende zufrieden zurück. Natürlich bin ich jetzt wahnsinnig neugierig auf den dritten und letzten Band der Reihe. 

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Hm, die Längen im Mittelteil sind mir zwar nicht aufgefallen, aber ansonsten kann ich dir nur zustimmen. Ich fand die Fortsetzung hammer und bin froh, wenn im November endlich der Abschluss (zumindest auf Englisch) erscheint :-) Nach diesem Ende MUSS ich einfach wissen, wie es ausgeht.

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  2. Mir sind die Längen auch aufgefallen, aber sonst war es wirklich eine tolle Fortsetzung! UND DIESES ENDE!!!!!! :'(
    Ich bin so gespannt, wie es weitergeht!!!!!!!!!!! Ich glaub ich liebe Ausrufezeichen!!!! xDDD

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