>Rezension< Das Schicksal ist ein mieser Verräter von John Green

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Originaltitel: The fault in our stars

Autor: John Green

Gebundene Ausgabe: 288 Seiten

Verlag: Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG; Auflage: 15 
(30. Juli 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3446240098

ISBN-13: 978-3446240094

Zielgruppe: Leser zwischen 13 und 16 Jahren


Preis: 16,90 €

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Hazel Grace ist 16 Jahre alt und hat Krebs. Genau wie ich, Augustus Waters, der attraktivste Typ unter der Sonne. Als ich sie in der Selbsthilfegruppe unter Jesus buchstäblichem Herzen zum ersten Mal sah, war ich geblendet von ihrer Schönheit. Ich gestatte mir seit einer Weile mich den Freuden des Lebens hinzugeben und deshalb hatte dieses Mädchen all meine Blicke verdient.
Doch nicht nur das ist es, was sie zu einem absolut besonderen Menschen macht. Sie ist bedeutsam ohne etwas sein zu wollen. Sie ist witzig und intelligent ohne es offensichtlich zu zeigen. Sie ist entschlossen und stark ohne tatsächlich zu kämpfen.
Sie hat mir da dieses Buch empfohlen, es ist ihr Lieblingsbuch und wirft unendlich viele Fragen auf. Ihr größter Wunsch ist es eine Antwort darauf zu erhalten, was aus den Menschen im Buch nach diesem seltsamen Ende wird. Ich bin in der Lage ihr diesen Traum zu erfüllen. Wir fliegen gemeinsam nach Amsterdam um den Autor, Peter Van Houten, zu treffen, denn ihr Glück ist mein Herzenswunsch.

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Ich hatte schon viel von diesem Buch gehört und war hin und her gerissen, ob ich es tatsächlich lesen soll. Ich meide normalerweise Bücher, die Geschichten aus dem wahren Leben thematisieren und gerade Krankheiten bei jungen Menschen reißen mich meist in ein kleines, grüblerisches Tief. Auch dieses Buch hat mich sehr nachdenklich gemacht, dennoch war die abschließende Sprachlosigkeit reiner Begeisterung zuzuschreiben.

Der Schreibstil ist so echt, so unglaublich nah. Mit jeder Zeile hat der Autor mein Herz berührt und tiefe Emotionen hervorgerufen. Er schreibt in gewisser Weise aufrührend, schroff und ungeschönt. Was gibt es an einer Krankheit auch Positives? Dennoch war es oft unfassbar witzig und wunderschön. Dann ganz plötzlich wieder todernst und tieftraurig. Egal welche Emotion ich empfand, sie passte so unzweifelhaft in die jeweilige Szene, dass ich glaubte mich in den Seiten zu verlieren und meine Empfindungen verschmolzen wie selbstverständlich mit der der Protagonisten. Natürlichkeit und Authentizität in jeder Zeile, wie ich es nur sehr selten erlebt habe.

Die Personen machen die Geschichte zu dem, was sie ist. Ja, das ist eigentlich immer der Fall, aber hier ist die Bedeutsamkeit der Charaktere das Maß der Dinge, das Tor zum Emotionszentrum des Lesers, der Mittelpunkt des Universums, denn um in diesem aufzufallen, muss man sich erst einmal bemerkbar machen. Sie sind frei erfunden, wie der Autor mehrfach erwähnt, aber dennoch so unglaublich lebendig, dass ich ihm das gar nicht glauben mag. Das Gefühl während des Lesens war stets das gleiche, es sind Leute wie du und ich, sie könnten unter uns Leben, ohne dass wir es wirklich wahrnehmen und ich bin mir sicher, irgendwo da draußen gibt es eine Hazel oder einen Augustus.  
Man könnte meinen, Hazels Leben verläuft völlig normal. Sie hat liebende Eltern, die ihr immer zur Seite stehen, eine beste Freundin und nun auch noch die große Liebe. Wäre da nicht diese nervige Sache mit dem Krebs. Irgendwann wird er über sie siegen und sie früher oder später dahin raffen. Nein Moment, wie kann etwas siegen, was zu einem gehört? Auch der Krebs will nur überleben! So macht Hazel einfach das Beste aus ihrer Situation, mit jeder Menge Charme und Witz geht sie durchs Leben und versucht es denen einfacher zu gestalten, die sie liebt. Hauptsächlich ihren Eltern, denn das Schlimmste auf der Welt ist für Hazel nicht die Krankheit und der Tod, sondern Eltern, die ihr eigenes, krebskrankes Kind zu Grabe tragen müssen. Auf Platz Zwei der schlimmen Dinge steht das Mitleid. Kein kranker Mensch hat dieses verdient, ist sie sich sicher. Sie erntet nicht selten raurige Gesichter und tief betroffene Mienen, wenn sie mit ihrem Sauerstoffgerät „Phillip“ durch die Welt geht. Doch Hazel trotzt dem Ganzen und geht erhobenen Hauptes durch den Tag. Sie ist eine absolute Sympathieträgerin, ihr toller Humor und diese wahnsinnig intelligente Art, das Leben und die Krankheit zu beschreiben, hat mich absolut fasziniert. Ihre tiefgründigen Gedanken, die Weltanschauung und vor allem die Dialoge mit Gus, machen sie zu einer Person, die man unweigerlich gern haben muss. Nichts liegt ihr Ferner als andere zu verletzen und in ihre „Krebsgeschichte“ hineinzuziehen. Sie sieht sich selbst als eine tickende Zeitbombe, die niemand verdient hat. Doch Augustus selbstbewusster und umwerfender Art, kann sie sich nicht länger entziehen. Auch er ist ein Typ, den man mögen muss. Er nimmt kein Blatt vor den Mund, spricht unliebsame Wahrheiten ungeschönt aus und strahlt eine absolut positive Stimmung aus. Er ist tiefgründig, aber auch ebenso intelligent wie humorvoll. Er versteht es von der ersten Seite an den Leser in seinen Bann zu ziehen und nicht nur Hazel war seinem Charme schnell erlegen. Er sucht nach dem Sinn des Lebens, möchte bedeutsam sein, als jemand von dieser Welt scheiden, der etwas bewegt hat. Jemand sein, an den man sich erinnert. Soviel kann ich verraten, ich würde mich an ihn erinnern wollen und auch wenn er erfunden ist, ich werde noch lange an ihn und auch Hazel zurückdenken. Wie könnte es anders sein, wenn zwei Menschen einzeln schon wunderbar sind, was sich sie dann zusammen? Genau grandios!
Die „Liebesgeschichte“ zwischen den beiden entwickelt sich auf eine Art und Weise, die es mir so unglaublich einfach gemacht hat, jede einzelne Begegnung zu glauben, zu glauben und zu lieben. Sie sind zusammen ein absolutes Highlight. Die Dialoge, ob im Ernst oder im Spaß waren eine echte Freude. Ich konnte mich nicht „von ihren Lippen lösen“. Das gesamte Buch ist aus Hazels Sicht geschrieben, dennoch war die emotionale Tiefe beider Charaktere die ganze Zeit über so präsent und echt, dass ich mich an so mancher Stelle zurückhalten musste, dass der Druck in meinem Augenhintergrund nicht zu einem reißenden Tränenstrom wird. An dieser Stelle sei erwähnt, dass es sich nicht um eine „Alle-werden-happy-Lovestory“ handelt. Zugegebenermaßen hatte ich ein wenig Angst vor dem Ende und als es dann da war, war ich so sprachlos wie schon lange nicht mehr. Es ist perfekt, es ist hässlich und schön, es ist traurig und glücklich. Eigentlich ist es auch gar nichts von alldem, denn es ist einfach so unglaublich treffend. Es hätte nicht besser sein können, wenngleich ich doch überrascht war.

Die Geschichte ist wahrscheinlich nicht besonders oder gar selten. Zwei junge Menschen teilen ein ähnliches Schicksal und verlieben sich ineinander. Sei es den Umständen geschuldet oder weil es einfach sowieso so gekommen wäre. Doch an dieser Stelle gilt es zu unterscheiden, dass das Schicksal zwar im Ansatz das gleiche ist, einer jedoch die Chance auf ein Leben hat und wie dieses manchmal so spielt, wird sehr bald klar, dass das Schicksal ein absolut mieser Verräter ist.

Der Autor hat es geschafft eine fiktive Welt zu erschaffen, die nicht fiktiv wirkt. Man fühlt sich als Leser so verbunden, dass man das Gefühl hat, man sollte betroffen sein und dann sind da diese beiden so unglaublich jungen und starken Menschen, die einem die Schamesröte ins Gesicht treiben, wenn man Mitleid empfinden möchte. Tatsächlich war Mitleid das Letzte, was ich fühlte, es war viel mehr eine Art der Bewunderung oder Verbundenheit. Es bringt einen zurück zum Wesentlichen. Man lebt nur einmal und es gibt so viele bedeutsame Dinge, für die man als gesunder Mensche einfach blind geworden ist. Das Leben zu schätzen in seiner ureigensten Sache, die eigene Existenz nicht als selbstverständlich anzusehen, sondern das Auge von der Blindheit des Alltags zu lösen und das Wunderbare in jeder einzelnen Sekunde zu sehen, obliegt uns scheinbar nicht mehr und das ist traurig. Dass man oft erst in Krankheit erkennt, wofür es sich zu leben lohnt, ist nicht neu und dennoch ist es uns allen möglich auch in Gesundheit ein Leben zu führen, was uns an den kleinen Dingen des Lebens erfreuen lässt. Da ich wie Augustus Eltern auch ein kleiner Fan von Sinnsprüchen bin, formuliere ich mal die Endbotschaft für mich selbst folgendermaßen: Lebe jede Sekunde als wäre es deine Letzte und das mit ganz viel Humor, denn der Ernst des Lebens ist auch kein netter Kerl. 
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Wenn ich euch nicht schon überzeugt habe, dieses Buch zu lesen, dann bin ich entweder völlig unfähig oder ihr wollt einfach nicht. Es ist ein Buch, das wahrscheinlich einfach jeder gelesen haben sollte, weil es für jeden etwas ist. Auf nicht einmal 300 Seiten überzeugt John Green mehr als manch einer es nicht auf 1000 Seiten vermag. Lest es und ihr werdet sehen, was euch dieses Buch in all seiner Schönheit und Traurigkeit schenkt.

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Die Einzelbewertung spare ich mir, es sind definitiv 5 Punkte, der Rest ist an dieser Stelle völlig unerheblich.

Kommentare:

  1. Wow..Also ich bin völlig baff...Das hast du so wunderschön und absolut treffend geschrieben!!! Ich fühlte mich sofort wieder ins Buch versetzt und stimme dir in allem zu :) wunder, wunder schön <3

    P.s. Der Inhalt ist genial :D

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  2. Herzchen, sag du noch einmal, eine Rezi von dir ist nicht gut tztztzt!!!

    Ich wiederhole mich mal wieder, aber ich bin wie IMMER unglaublich begeistert davon, wie du jedes mal aufs Neue die richtigen Worte findest, die alles was du schreibst, zu etwas besonderem machen <3

    Ich glaube ich muss das Buch doch noch lesen, bisher habe ich mich aus den selben Gründen wie du, davor "gedrückt".

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    1. Lies es unbedingt!!! Es ist sooo toll!
      Danke Süße, du bist so lieb! <3

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    2. ja irgendwann bestimmt, du du hast mich definitiv überzeugt :-*
      dito mein Schatz <3

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  3. Das ist ja mal ne super Rezension, wahnsinn! Du hast das echt verdammt passend und absolut zutreffend geschrieben, würde ich sofort unterschreiben.

    Ich fand das Buch wahnsinnig traurig, aber auch schön und toll zu lesen. Das Ende hat mich so überraschend mitgenommen, dass ich das letzte Drittel nur geheult hab :D *peinlich*

    Also nochmal mein größtes Lob, eine wirklich wunderschöne Rezension!

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    1. Vielen Dank!!! Hihi ich musste auch kämpfen, dass die Tränen nicht laufen! :)

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  4. Ohja, ich bin auch restlos begeistert von dem Buch! So traurig und doch so wunderschön!
    Eine tolle Rezension. :)

    Liebe Grüße :)

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    1. Jaaaaa es ist einfach ein wundervolles Buch!
      Danke! :)

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  5. Becci, ich hab das Buch NOCH nicht gelesen, aber das ist eine der schönsten Rezensionen, die ich je gelesen habe. ♥ Respekt ♥

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    1. Ohhhh Debbie <3
      Vielen vielen Dank, das ist ja sooo lieb! :)

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  6. Hallo Rebecca,

    eine heftig gute Rezension! Sowas kannst nur DU!

    LG

    Kay

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    1. Ohhhh Kay :O
      So langsam kann ich das Lob nicht mehr ertragen xD
      Vielen lieben Dank, aber andere können das sicher auch...hihihi :D

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    2. Nein, das ist eindeutig eine Becca-Rezension und damit ein definitives Markenzeichen :-)

      LG

      Kay

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  7. Ach Mensch, Becca!
    Ich hatte gerade sooo Gänsehaut! Total genial wiedergegeben!!
    LG Jan

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  8. Ich bin echt sprachlos. Eine wunderschöne Rezension, einfach der Hammer!!!!

    Das Buch muss sofort mit auf die Wunschliste wandern!

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  9. Deine Rezension ist klasse ! Bei mir sind die Tränen geflossen *-*

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  10. Augustus Waters stirbt

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