>Rezension< Anna im blutroten Kleid von Kendare Blake

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Originaltitel: Anna Dressed in Blood

Autor: Kendare Blake

Taschenbuch: 384 Seiten

Verlag: Heyne Verlag (12. November 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3453314190

ISBN-13: 978-3453314191

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren

Preis: 8,99 €

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Der wunderschöne und gleichwohl mordlustige Geist von Anna, die vor langer Zeit einem furchtbaren Verbrechen zum Opfer fiel, treibt sein Unwesen in Thunder Bay und sinnt nach Rache. Vor vielen Jahren wurde ihr auf dem Weg zum Schulball brutal die Kehle durchtrennt. Das Blut ergoss sich in Strömen über ihr strahlend weißes Kleid. Seither geistern im Verborgenen die Geschichten und Mythen um Anna im blutroten Kleid durch die Kleinstadt. Ihr wird das Verschwinden von 27 Jugendlichen nachgesagt.
Niemand traut sich, sich der Sache anzunehmen, bis der 17-jährige Cas, seines Zeichens Geisterjäger, auf Annas Geschichte aufmerksam wird.
Er ist vorbereitet, er hat einen Plan, ihn kann so schnell nichts stoppen, doch dieser Geist ist anders als alles, was er bisher kannte…

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Anna im blutroten Kleid, wurde mir von einer ganz tollen Bloggerin empfohlen. ;) Bei Empfehlungen werde ich immer hellhörig und somit ist dieses Buch umgehend in meinen Besitz übergegangen. Außerdem ist es meine „Geister-Geschichten-Premiere“.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und absolut leicht zu lesen. Er enthält ein angenehmes Maß an erfrischendem jugendlichem Humor, schlauen sarkastischen Sprüchen und einem unglaublich losem Mundwerk des Protagonisten Cas. Ich war somit sehr schnell mitten drin, statt nur dabei. Die unheilvolle Stimmung, die im Hintergrund schlummert und die Spannung nach und nach durch die Zeilen sickern lässt, hat ihr übriges getan und mir ein wunderbares Leseerlebnis beschert.

Die Geschichte ist durchaus außergewöhnlich. Ich kenne zwar bisher keine Geschichten, die sich um Geister drehen, empfand den ganzen Aufbau allerdings sehr ausgefallen. Nichts in diesem Buch ist gewöhnlich, es beginnt auch nicht, wie sehr viele Bücher, in einer normalen Alltagssituation, im Gegenteil, man wird sofort in das bizarre Leben des 17-jährigen Geisterjägers Theseus Cassia „Cas“ Lowood geworfen, welcher mit einem einzigen Dolch die gesamte Geisterschaft bezwingt und dieses Vermächtnis für seinen toten Vater ausführt. Als ist das nicht schon merkwürdig genug, ist seine Mutter eine Art Hexe, die sämtliche Geister von ihrem Haus fernhält und der charmant-sarkastische Cas arbeitet durchaus auch als Auftragsgeisterjäger. So nimmt er sich bald schon Annas „Fall“ an und gerät in einen Strudel voller Geheimnisse, Emotionen, unerwarteter Vorkommnisse und jede Menge Abweichungen von seinen sonstigen „Geschäften“. Es läuft einfach alles genau nicht, wie er es sich vorstellt. Die Geschichte trumpft nicht durchweg mit Spannung auf, hat jedoch die unheilvolle Stimmung in der Hinterhand und absolut brutale Beschreibungen im Ärmel. Diese Trümpfe erzeugen einen Sog, dem man sich eher schlecht entziehen kann. Man wandelt auf den Spuren der Vergangenheit, forscht im Hier und Jetzt, lernt Hexerei und Voodoo kennen, es werden Bande geknüpft, ob Freundschaft, Liebe oder seltsame Gefühle, von allem ist etwas dabei. Auch eine Liebesgeschichte kündigt sich an und das schon sehr früh. Leider ist es an dieser Stelle eher als ein Manko zu verbuchen, da es sehr vorhersehbar und wenig überraschend war. Ich wusste es eigentlich von der ersten Sekunde an, die ersten Gedankengänge des Protagonisten in diese Richtung haben den Ausgang bereits verraten, somit wirkte es schließlich auch eher unglaubwürdig und etwas plump. Auch die Gesamtsituation passt einfach nicht zu einer derartigen Entwicklung. Die Zeit des „Zueinanderfindens“ beginnt vorhersehbar und zeichnet sich in ihrem Fortgang nicht sonderlich ab, man kann auch bis auf die Tatsache, dass die Beziehung rein logisch unmöglich existieren kann, keine Besonderheiten erkennen. Es spielt sich alles auf einer recht oberflächlichen Ebene ab, obwohl der Protagonist Cas ein Charakter mit sehr viel Tiefgang ist. An dieser Stelle sei allerdings erwähnt, dass dieser Tiefgang unmittelbar mit dem Beginn der Beziehung einhergeht und man somit dem ganzen doch etwas Positives abgewinnen muss.

Bei den Personen beschränke ich mich auch hauptsächlich auf Cas, weil er den absoluten Großteil der Geschichte einnimmt. Die Dinge werden aus seiner Sicht erzählt und man kann sowohl seine starke Fassade bewundern, als auch eine emotionale, sehr tiefgründige Seite erspähen. Von außen ist er der kühle, berechnende Geisterjäger, der stets zu seinem Vorteil handelt und nur die Leute um sich hortet, die ihm nützlich sein können. Er lässt niemanden an sich heran, plant jeden Schritt und hat scheinbar immer einen Plan B in der Hinterhand. Nahezu sein ganzes Leben verbringt er mit seinem Dolch als Vollstrecker der verirrten und ruhelosen Geister, die im Morden die letzte Vergeltung für ihren Tod suchen. Er wirkt knallhart, professionell, schnell, gewitzt und charmant. Er weiß sich zu verkaufen, bekommt stets seinen Willen und hat immer einen frechen Spruch auf den Lippen. Auch in ernsten Situationen weiß er durchaus mit Humor zu überzeugen. Er entschärft teilweise die Brutalität, ohne es ins lächerliche zu ziehen. Dann wäre da noch seine sensible Hälfte, die mir genauso gefallen hat, wie die harte „Actionhero“-Seite. Die ersten zarten Risse in der Fassade zeigen sich schon sehr früh, verstärkt wird es mit der Erkenntnis über das Schicksal von Anna. Er sieht sie zum ersten Mal und verspürt schon eine „Andersartigkeit“, er wird neugierig und beinahe zum Ermittler. Bald schon wird es sein Hauptziel die Wahrheit über Annas Schicksal herauszufinden. Hier kommen starkes Mitgefühl, Selbstlosigkeit, Verzweiflung, tiefes Verständnis und jede Menge ungewohnte Emotionen zum Vorschein. Er spürt schnell eine innere Verbundenheit und eine Anziehungskraft, die er sich selbst nicht erklären kann. Er wirkt beinahe schon besessen von der fixen Idee ihr zu helfen. In gewisser Weise lernt er sich auch selbst besser kennen und zeigt eine vielversprechende Entwicklung, die erneut einen tieferen Draht zum Leser zulässt und man so einen Fortgang der Geschichte herbei sehnt. Das Ende ist offen und ich bin gespannt, wie es weiter geht und was man alles noch von Cas zu erwarten hat.
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So weiß wie Schnee, so schwarz wie Ebenholz und so rot wie Blut. Passt absolut perfekt auf Anna im blutroten Kleid, sie  kann einem als Leser, aber durchaus schlechte Träume bescheren. Mit jugendlichem Humor, viel Charme und nur kleinen Mängel konnten mich Cas und seine Geister durchaus überzeugen.

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Sehr gute Rezi!
    Ich hab dem Buch damals auch 4 Sterne gegeben. :)

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  2. Eine schoene Rezi meine Liebe =)
    Freut mich dass es dir gefallen hat ^-^
    noch 6 Tage ;D

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  3. Schließe mich da voll an, ganz toll beschrieben! :) ich habe bisher geteilte Meinungen über dieses Buch gelesen und freue mich, dass es dir ganz gut gefallen hat, auf meiner Wuli bleibt es jetzt definitiv:) <3

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  4. Die "Liebesgeschichte" war schon ziemlich offensichtlich, aber ich fand sie trotzdem toll gemeint, weil sie ausnahmsweise mal nicht so aufdringlich war. Ich mochte die beiden soo gerne zusammen! Und Anna ist ohnehin klasse :D Freut mich denn auch sehr, dass dich das Buch doch noch überzeugen konnte.
    Mir hat der Nachfolger leider deutlich weniger gut gefallen, als "Anna dressed in Blood". Ich bin mal gespannt, was du sagst, wenn er übersetzt wird. Dich scheinen teilweise Sachen gestört zu haben, die ich ziemlich gelungen fand und vielleicht übezeugt dich der Nachfolger ja sogar noch mehr, als der erste Band. Ich bin gespannt!

    Liebe Grüße vom Fröschlein

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