>Rezension< Delirium von Lauren Oliver


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Originaltitel: Delirium

Autor: Lauren Oliver

Gebundene Ausgabe: 416 Seiten

Verlag: Carlsen Verlag GmbH; Auflage: 1 (November 2011)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 3551582327

ISBN-13: 978-3551582324

Zielgruppe: Leser ab 14 Jahren

Preis: 18,90 €


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Amor Deliria Nervosa – die schlimmste Krankheit, die den Menschen je heimgesucht hat. Doch es gibt ein Heilmittel. Als die Leute noch dachten, dass die Liebe erstrebenswert sei, gab es Kriege, Unruhen, Verzweiflung, eine hohe Kriminalität und die Welt war grausam und kalt. Seit es das Heilmittel gibt ist Friede eingekehrt und die Welt erstrahlt in neuem Licht. Wir haben die dunkle Zeit hinter uns gelassen und können nun beruhigt in eine strahlende Zukunft schauen.

Lena steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag und somit vor dem alles verändernden Eingriff, der sie von der schrecklichen Liebeskrankheit heilen soll und ihr eine glückliche, sichere Zukunft beschert. Sie wird sich niemals verlieben. Sie wird eine Ausbildung machen, einen ausgewählten Partner erhalten, eine gewisse Anzahl von Kindern gebären und jeder Tag wird stabil und wie der andere sein. Keine Angst, keine Gefahren, eine stabile Familie und ein sicheres Einkommen sind ihr gewiss. Das ist alles was sie je gewollt hat. Doch dann trifft sie auf Alex. Was er in ihr aufrüttelt ist jedoch mehr als sie sich je erträumt hat, es kann nicht falsch sein. Alles was ihr je etwas bedeutet hat verblasst und die Welt erstrahlt in neuer Schönheit. Wie kann etwas falsch sein, was sich so richtig anfühlt?


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Der Schreibstil ist leicht, sanft, irgendwie poetisch und sehr flüssig. Von der ersten Sekunde an, war ich gefangen. Frau Oliver lässt die Welt von Lena sofort vor meinem inneren Auge auferstehen, in einem Glanz und einer Farbe, dass die Realität in Windeseile verschwommen ist und ich mich auf der Woge aus wunderbaren Worten tragen lassen konnte. Die spielende Einfachheit, gepaart mit den krassen emotionalen Gegensätzen, die in dieser Geschichte vorherrschen machen den Stil sehr besonders. Er ist wie Feuer und Eis, die einander gegensätzlicher nicht sein könnten, an einer winzigen Stelle jedoch zusammentreffen und dort die ideale Temperatur erzeugen. Sie hat eindeutig ein großes Talent zum Schreiben.

Die Geschichte ist in dieser Form doch recht einzigartig. Im Prinzip steht die Liebe im Vordergrund mit all ihren positiven und vor allem negativen Nuancen, doch es ist viel mehr als das. Die Obrigkeit sieht die Liebe als schlimme Krankheit, die es auszurotten gilt. Im Vordergrund steht hierbei die partnerschaftliche Liebe zwischen Mann und Frau, weil sie die wohl intensivste und sprunghafteste ist, zumindest bei den „Neuinfizierten“. ;) Das das sogenannte Heilmittel nahezu jede Emotion auslöscht und vor allem auch andere Arten der Liebe vernichtet, wird kaum bedacht. Dabei ist Geschwisterliebe, freundschaftliche Liebe, die Liebe zu den Kindern/ Eltern noch sehr viel tiefgreifenden, umfassender und bedingungsloser und so unglaublich wichtig. Ich kam bei dieser Geschichte stark ins Grübeln, was eine Welt komplett ohne Liebe für mich wäre?! Sie wäre sinnlos, absolut nichts wert. Wenn man zu Niemandem mehr eine Sympathie oder Zuneigung verspürt, wenn Kinder keine echte Geborgenheit mehr erfahren, wenn Freundschaft mehr eine Verpflichtung als eine Herzenssache ist, wenn es keine wärmenden und netten Worte mehr gibt, wenn sich keiner wirklich um einen sorgt, sondern nur aufgrund von Familienbanden bei dir bleibt, weil du eben einmal da bist. Wo kämen wir hin? Eine leere graue Welt. Einfach schrecklich. In einer solchen Welt wäre ich lieber tot, als ein emotionsloser Zombie. Man ist in diesem Sinne sowieso innerlich tot. Neben diesem Grundkonflikt, dem die Protagonistin Lena ständig gegenübersteht besitzt diese Story einfach alles. Ich hatte Herzrasen in spannungsgeladenen Momenten, die es zur Genüge gab, ich habe beinahe geweint, wenn sich Verzweiflung oder Angst wie ein giftiger Nebel eingeschlichen haben, ich habe mit gelitten, mit geliebt, mit gefiebert. Ich war von der ersten Sekunde an derart mitgerissen und gefangen, dass ich am Ende mit roten Wangen und beschleunigtem Puls alles als ein ruckartiges Zurückzerren in die Wirklichkeit empfunden habe. Eindeutige Symptome. :D Außerdem ist DIESES Ende so dramatisch, so grausam, so zum weinen und echt gemein, da hat man durchaus Interesse etwas kurz und klein zu hacken. ;)

Die Personen sind auch alle sehr besonders und absolut authentisch. Allen voran Magdalena „Lena“, die mit den Geistern ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat und dem System bedingungslos und treu gegenübersteht. Sie würde nicht im Traum daran denken eine Regel zu übertreten und freut sich sehr auf ihre Heilung. Sie zählt, seit ihre Mutter nicht mehr ist, die Tage bis zum Eingriff. Lena macht im Laufe des Buches eine wundervolle Entwicklung durch, vom ängstlichen, zielstrebigen Mustermädchen, hin zu einer emotionalen, mutigen, wundervollen und hinterfragenden Persönlichkeit. Sie stellt sich mehr und mehr den Dingen, verschließt nicht länger die Augen vor Unwahrheiten, skrupellosen Machenschaften der Obrigkeiten, den Folgen und Nachteilen des Heilmittels und geht Wagnisse ein. Sie fängt an zu begreifen, welche weitreichenden Folgen der Eingriff haben wird. Sie erkennt, was wahres Glück wirklich bedeutet. Bald schon widersetzt sie sich sämtlichen Regeln, steht für die ein, die sie liebt und legt so schon bald einen ergreifenden Wille und ein Durchhaltevermögen an den Tag, dass ich einfach mit ihr dauerhaft mitfiebern musste. Sehr geschickt überwindet sie sämtliche Hindernisse und sagt der Ungerechtigkeit den Kampf an. Sie nimmt es nicht länger hin, was ihr das gesamte Leben lang eingeimpft wurde. Sie hört auf ihr Herz und handelt aus Liebe. Diese galt es jedoch erst zu entdecken und daran waren zweierlei Menschen in ihrem Umfeld „schuld“.
Ihre beste Freundin Hana, die ihr mit einem unverwechselbaren Charme den ersten Weg zur Erkenntnis ebnet. Sie war mir auch sofort sympathisch. Hana wirkt unerschrocken, mutig, selbstbewusst und offen für Neues. Sie öffnet auch Lena bald die Augen, zeigt ihr eine andere Sicht auf die Dinge, reißt sie aus ihrer ängstlichen Systemtreue. Mit ihrer bedingungslosen Freundschaft, ihrer Hingabe zur Hilfe und ihrem Einsatz in jeder brenzlichen Situation, hilft sie ihr aus dem Dunkel, aus der Angst. Sie gibt ihr Mut und Zuversicht. Sie regelt das allerdings nicht immer sanft, doch nur so erkennt Lena bald, was sie an Hana hat, wie bedeutend und wertvoll diese Freundschaft ist. Ihre Herzen schlagen im gleichen Takt, ihre Seelen sind verbunden, was vor allem durch ihr gemeinsames Hobby gut zur Geltung kommt. Eine solche Freundschaft braucht jeder Mensch und sollte bewahrt werden. Absolut ergreifend.
Das Krönchen in Lena’s Entwicklung setzt natürlich ihr emotionales Gegenstück Alex auf. Er ist von Anfang an super sympathisch, ein charmantes Lächeln, ein paar kleine Spielchen, eine geheimnisvolle Identität. Schon von Beginn an, hat er nur Augen für sie. Er wirkt so sanft, verständnisvoll, liebevoll und ehrlich. Er gibt ihr von Anfang das Gefühl wertvoll zu sein, hört ihr stundenlang zu, lenkt sie ab, lässt sie aus sich selbst herauskommen. Er entwickelt ihre Persönlichkeit, weil sie in seiner Nähe ganz und gar das sein kann, was sie gern möchte, sie kann fühlen was sie will und kann sich völlig fallen lassen. Die gemeinsame Zeit der beiden, empfand ich so intensiv, so mitreißend und tiefgründig. Ich war wirklich berührt von einer wahnsinnig tollen Liebesgeschichte. Erst durch ihn erkennt sie, was Liebe wirklich bedeutet, sie erkennt die Symptome der Deliria an sich, aber gleichzeitig, dass nur das Negative bedacht wurde. Dass Liebe nicht nur nimmt und zerstört, sondern vor allem gibt und für Sicherheit sorgt, wird ihr bald klar und sie möchte ihr sich nicht länger entziehen. Im Gegenteil, nichts auf der Welt kann ihr diese Gefühle mehr schlecht reden.


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Ich bin begeistert, verliebt, infiziert von der Amor Deliria Nervosa. Eine zauberhafte Liebesgeschichte inmitten einer Welt, die keine Emotionen zu lässt. Der Reiz des Verbotenen hat uns Menschen ja schon immer zu Höchstform auflaufen lassen. Eine zauberhafte, berührende Geschichte, erzählt in einem ganz besonderem, beinahe poetischem Schreibstil und wunderbaren, authentischen Personen. Für mich, ein absolutes Mustread!!! Ich bin sehr neugierig auf Teil 2.


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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität


Kommentare:

  1. Wenn du das Ende schon böse fandest, dann warte mit Band 2 lieber bis Requiem erscheint :-D
    Aber es ist auch so fies :-(
    Wie immer einfach toll geschrieben!!!! <3

    Lg
    Steffi

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  2. Hi Becci

    Oh ja, "Delirium" ist wirklich ein tolles Buch. Das würde ich nicht mehr hergeben. Den zweiten Teil muss ich auch bald einmal lesen . . . wenn ich da aber Steffi höre . . . doch auch Requiem warten?
    Aber ich kann dir noc die Kurzgeschichte "Hana" ans Herz legen. Da erfährt man einiges aus der anderen Perspektive.

    lG Favola

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  3. Ooohh <3 Sooo schön beschrieben, mir ging es ganz genau so!!! :)
    Jetzt aber Teil 2!!! Los los los! <3

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  4. Jaaaaaaaaaaa Band 1 war mega! Band 2 subt noch, weil ich mich wegen dem angeblich extrem bösen Ende nicht dran traue :O :O

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  5. Ich habe die ersten beiden Bücher auf Englisch gelesen und bin total begeistert. Auf der einen Seite würde ich dir raten, "Pandemonium" so schnell wie möglich zu lesen- ich fand den zweiten Teil sogar noch besser, als den ersten. Aber das Ende... Bin ich froh, dass ich die Reihe im Original lese und nächsten Monat endlich das große Finale erscheint *hibbel*

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  6. Du MUSST Pandemonium lesen!!!!! xD
    Ohhh, wie es mich freut, dass dich Delirium begeistert hat^^
    Mal wieder eine tolle Rezension! :)
    LG Jan

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  7. Ich will die Reihe auch unbedingt noch lesen, ich höre nur gutes davon!
    Schöne Rezension :)

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