>Rezension< Dancing Jax - Auftakt von Robin Jarvis



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Originaltitel: Dancing Jax

Autor: Robin Jarvis

Broschiert: 544 Seiten

Verlag: Script5; Auflage: 1 (10. September 2012)

Sprache: Deutsch

ISBN-10: 383900134X

ISBN-13: 978-3839001349

Preis: 14,95 €






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Das Böse hat viele Gesichter. Nicht selten besitzt es die Gabe in jener Gestalt in Erscheinung zur treten, die sich sein Gegenüber am sehnlichsten wünscht.
In einen Bann gezogen zu werden, wie in einem Traum zu leben, die Realität zu verlieren und sich ganz und gar einer Sache hinzugeben, die das Leben in einer Vollkommenheit ausfüllt, die man sich niemals hätte vorstellen können. Wer wünscht sich das nicht?
Es gibt da dieses EINE Buch, ein scheinbar harmloses Kinderbuch, welches verheißungsvolle Versprechungen für jeden Einzelnen von uns bereithält. Jeder der es liest, lebt nicht länger sein altes Leben, es ergreift besitzt von dir, es hält dich fest und lässt dich nie wieder los.
Du wirst ein Teil von Mooncaster sein und für jeden von uns hält die Welt von „Dancing Jacks“ eine wunderbare Geschichte bereit.

In der englischen Kleinstadt Felixstowe ereignen sich seit dem Auftauchen DES Buches sonderbare Dinge. Immer mehr Bewohner geraten in seinen Bann und durchlaufen eine scheinbar unumstößliche Veränderung. Sie werden zu willenlosen Charakteren von „Dancing Jacks“. Einige Wenige kämpfen gegen die Macht des Buches an, doch die Niederlage scheint unausweichlich. Wird es dem Autor gelingen seinen teuflischen Plan ganz und gar in die Tat umzusetzen? 


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Da ich bekanntlich der neugierigste Mensche auf der Erde bin, haben mich schon die 5 Zeilen auf der Rückseite des Buches genötigt es zu kaufen. Wie ein trotziger Teenager mache ich wohl immer genau das, was ich eben nicht sollte. :D Öffne es nicht!!! Mhm…warum eigentlich nicht!? Ob es sich tatsächlich gelohnt hat, erzähle ich euch jetzt.

Der Schreibstil ist recht flüssig und einfach zu lesen, dennoch sehr hart und beinahe bissig. Ich hatte während des Lesens dauerhaft ein unbehagliches Gefühl, als würde ich die gesamte Zeit über getadelt werden oder ein ausgiebiges lautes Streitgespräch verfolgen. Dies wiederum gliedert sich natürlich perfekt in die Grundidee der Geschichte ein und lässt das Böse auch zwischen den Zeilen zum Vorschein kommen.

Die Geschichte ist im Gesamtpaket einfach nur genial. Eine derartige Monstrosität an Charakteren und Handlungssträngen in eine logische und zusammenhängende Geschichte einzugliedern kann sich nur meinen Respekt verdienen. Die Welt eines Buches in die Realität übergehen zu lassen, ist keine völlig neue Idee. Bei diesem Buch jedoch gänzlich anders gestrickt und sehr viel dunkler oder eher abgrundtief böse. ;) Leider fiel mir persönlich der Einstieg mehr als schwer, die Überflutung von Personen und Perspektiven hat mich zeitweise völlig verwirrt, überfordert und ich habe nahezu kein Licht im Dunkel gesehen. Ich hatte Mühe und Not überhaupt den Sinn des Ganzen zu erkennen und musste richtiggehend kämpfen. Der Aufbau und die Grundinformationen zum Einstieg haben mich zudem wirklich gelangweilt. Dennoch musste ich bald erkennen, dass es ohne diese Erläuterungen, den peniblen Aufbau der einzelnen Charakteristiken und dem Kennenlernen der Alltagsleben sämtlicher Protagonisten niemals zu dieser scharfen Logik des Autors gepasst hätte. Die Geschichte hätte ohne eine anfängliche Aufklärungsarbeit eben keinen sinnvollen Fortgang erfahren. So sind mir erst im Nachhinein einige Spitzfindigkeiten aufgefallen, die den Argwohn der ersten Seiten in eine Art Erleuchtung verwandelt haben. Zudem bin ich absolut begeistert von der Tiefgründigkeit des Autors, denn er thematisiert jede Menge gesellschaftliche Probleme, anfangs eher nebenbei und später gliedert er dies jedoch in geschickter Form direkt in die Geschichte ein, denn wäre die Welt noch „gesund“, hätte sie „Dancing Jacks“ vielleicht gar nicht nötig!? Ich mag generell Bücher, aus denen ich mir etwas mitnehmen kann, die zum Nachdenken für unsere „eigene“ Welt anregen, so wird hier die Macht der sozialen Netzwerke, generell des Internets thematisiert, Gewalt/ Mobbing an Schulen, Verdummung der Jugend durch falsche Vorbilder und die generelle Prioritätsverschiebung im Alltagsleben.
Ein mancher wundert sich vielleicht über die Schreibweise des Titels. Einmal „Dancing Jacks“, einmal „Dancing Jax“. Was hätte man auch anderes erwarten sollen, auch dafür hält der Autor eine durchaus geniale Erklärung bereit. Aber lest selbst.

Jedes Kapitel beginnt mit einem kursiven Textabschnitt, der kurz und knapp Personen oder Geschehnisse aus Mooncaster, dem Königreich der Dancing Jacks, wiedergibt. Pass genau daraufhin entwickelt sich auch die „Besetzung“ der Menschen aus Felixstrowe. Als ich einmal in die Art und Weise hinein gefunden hatte, war ich vor jedem Kapitel neugierig, wer wohl diesmal dahinter steckt und konnte schon bald erraten wer passend wäre.
Was mich direkt zu den Personen führt. Da wie bereits erwähnt, eine unglaubliche Masse an Charakteren vorhanden ist, beschränke ich mich vorerst auf generelle Erläuterungen. Wer besonders wichtig ist und wer eher eine Nebenrolle spielt, hat sich mir am Anfang ganz und gar nicht erschlossen, was schlussendlich aber daran lag, dass nahezu jeder bedeutend ist. Denn jeder Einzelne entspringt auch hier einer scharfen Logik. Die Eigenarten der normalen Bewohner aus Felixstrowe sind in nahezu jeder Konstellation (Mensch – Spielfigur) ähnlich. So zeigen sich „alte“ Charakterzüge meist unmissverständlich erneut in der jeweiligen Rolle. Ein sehr gutes Beispiel dafür ist die oberflächliche Elitezicke Emma, die nur so vor Kaltherzigkeit, Egoismus und Gleichgültigkeit strotzt. Beleidigungen, Großkotzigkeit und absolut fehlender Respekt setzen ihrem Charakter das Krönchen auf, denn sie schert sich einen Dreck um das Wohlergehen anderer Leute. Auch ihr Gegenstück in Mooncaster ist ein wahres abgebrühtes Biest. Nach und nach wird nahezu jedem Einwohner von Felixstrowe eine Rolle in „Dancing Jacks“ zugeordnet, welche sich an verschiedenen Spielkarten erkennen lässt. Die Zugehörigkeit zu den vier königlichen Häusern zeigt sich in Pik, Herz, Karo und Kreuz, die jeweiligen Ränge werden durch die Zahlen bestimmt. Darüber hinaus gibt es noch einige weitere dämonische Gestalten, die sich in die Masse der Kartenträger eingliedert. Allen voran erhebt sich der Ismus, Herrscher über Mooncaster und versucht mit aller Macht das Buch, seine „Heilige Schrift“ weiter an den Mann (oder die Frau) zu bringen. Doch dies ist alles nur der „Auftakt“ zu etwas scheinbar sehr viel Größerem, die Ankunft des „Prinzen der Dämmerung“. Man darf also gespannt sein und das bin ich auch durchaus. Schließlich gibt es da noch die „Abtrünnigen“, all jene, die sich lange Zeit oder gar bis zum bitteren Ende dem teuflischen Einfluss des Buches entziehen konnten. Dazu zählt auch Martin Baxter, Mathematiklehrer, der nach und nach die Veränderungen seiner Schüler beobachtet und die seltsamen Geschehnisse zu erforschen versucht. Aufgrund dieser „Mission“ rückt er schließlich in den Fokus der Geschehnisse und bringt ein wenig Ruhe in den wilden Perspektivwechsel.
Was zu meinem Bedauern den Lesefluss ab und an erheblich gestört hat, war die Erkenntnisphase der einzelnen Charaktere. Die Art und Weise, wie das Buch einem jeden einlullt ist zwar schlichtweg genial, dennoch empfand ich die seitenweise Kursivtexte, die in der Welt der „Dancing Jacks“ spielen oft viel zu langatmig. 

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Düster, berechnend, kaltblütig, besitzergreifend, böse und dämonisch ist dieses Buch auf jeden Fall. Es kommt seinem Ruf also durchaus nach, dennoch ist es ebenso tiefgründig, sinnvoll und sehr speziell. Mein Fall ist es nicht zu 100% und ich habe wirklich unnatürlich lange für dieses Buch gebraucht und war einige Zeit eher negativ überrascht, was wohl aber eher daran lag, das mir das Buch ein wenig zu anspruchsvoll und komplex wirkte. Durch die unsagbare Masse an Informationen zu Anfang habe ich schlecht in die Geschichte gefunden und durch lange Lesepausen hat sich dies leider nur verstärkt, dennoch bin ich jetzt natürlich neugierig auf Teil 2 und das Ende war mehr als vielversprechend.


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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität

Kommentare:

  1. Schön, dass es dich am Ende doch noch überzeugen konnte. Wie immer tolle Rezension!!! Die Fortsetzung müssen wir dann auch wieder gemeinsam lesen - obwohl Kay schon angedeutet hat, dass es so ganz ganz anders ist
    :o

    Liebe Grüße

    Steffi

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  2. Wie immer richtig toll geschrieben <3

    Ich hätte jetzt nicht erwartet, dass du 4 Diamanten vergibst und bin daher positiv überrascht. Teil 1 liegt ja schon auf meinem SUB und Teil 2 wird sicher folgen, da ich natürlich auch sehr neugierig auf Dancin Jax bin.

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  3. Und auch deine Rezi lässt mir nur noch neugieriger werden!!! Ganz toll :) Ich werde mich einfach mal überraschen lassen, was das böse Buch für mich bereithält :D

    lg <3

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  4. ...mal wieder eine klasse Rezension! Du weißt ja, ich liebe die Reihe :-)

    LG

    Kay

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  5. Wow,das ist mal eine klasse Rezension :))
    LG Lisa

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  6. Tolle Rezension! Ich kann dir eigentlich nur zustimmen. Vor allem die Charaktere haben es hier in sich. Und die gruselerregende Gesellschaftskritik!

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  7. Wirklich eine tolle Rezension!
    Das Buch habe ich mir letztens auch erst gekauft und ich freue mich schon sehr darauf, es auch zu lesen.
    Hoffentlich gefällt es mir genauso gut wie dir, schließlich liest man ja sehr geteilte Meinungen ;)

    Vielleicht kannst du mal bei mir vorbei schauen? Ich würde mich sehr freuen :)
    http://good-books-never-end.blogspot.de/

    Alles Liebe, Jule

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