>Rezension< Die Verratenen von Ursula Poznanski

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  • Autor: Ursula Poznanski
  • Gebundene Ausgabe: 460 Seiten
  • Verlag: Loewe Verlag (Oktober 2012)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3785575467
  • ISBN-13: 978-3785575468
  • Zielgruppe: Leser zwischen 14 - 17 Jahre
  • Preis: 18,95 €
  • Bildquelle







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Sie ist beliebt, privilegiert und talentiert. Sie ist Teil eines Systems, das sie schützt und versorgt. Und sie hat eine glänzende Zukunft vor sich – Rias Leben könnte nicht besser sein.
Doch dann wendet sich das Blatt: Mit einem Mal sieht sich Ria einer ihr feindlich gesinnten Welt gegenüber und muss ums Überleben kämpfen. Es beginnt ein Versteckspiel und eine atemlose Flucht durch eine karge, verwaiste Landschaft.
Verzweifelt sucht Ria nach einer Erklärung, warum ihre Existenz plötzlich in Trümmern liegt. Doch sie kann niemandem mehr vertrauen, sie ist ganz auf sich allein gestellt.

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Sobald mich etwas unumstößlich und tiefschürfend trifft, mich in das finstere, nachdenklich Innere reißt und erst wieder locker lässt, wenn jeder meiner Gedanken den Weg zurück in die Wirklichkeit findet, DANN ist es so weit, ein Meisterwerk ist in meine Hände gefallen. Ich weiß, ich komme aus den Lobeshymnen nicht mehr heraus, ABER ich kann es ja nicht ändern. Dieses Buch ist einfach sooo genial, ich habe es so sehr geliebt, es ist definitiv eine der besten Dystopien, die ich je gelesen habe.

Der Schreibstil: Die Autorin schreibt sehr gezielt und stilistisch sehr flüssig. Sie beschreibt die Geschehnisse, Protagonisten und Umgebungen so inbrünstig und real, dass ich große Mühe hatte mich in der Realität zu halten. Es war so furchtbar kalt, so erdrückend, so aussichtslos und doch habe ich die wärmende Sonne der Hoffnung gespürt. Genau das hat mich gezogen, ich bin förmlich durch die Seiten geflogen, auf einer Woge aus Schmelzwasser habe ich den Weg der Protagonisten begleitet, den mir Frau Poznanski mit sinnerfülltem Eifer bereitgestellt hat. Die Ermöglichung der Flucht in eine andere Welt durch den Transport von so vielen Emotionen, allein über das Schriftbild und die stilistische Gestaltung, ist eine seltene Gabe, die mich immer wieder zu absoluten Begeisterungsströmen hinreißt. Sie steuert die Emotionen über den Schreibstil, ging es laut, brutal und schnell zu, war ich wirklich angespannt. Gab es hingegen ruhigere Momente, flachten auch meine Emotionen etwas ab. Sie lenkt die Aufmerksamkeit des Lesers immer in die richtige Richtung und das ist einfach nur genial.

Die Geschichte ist richtig klasse. Da die Protagonisten die meiste Zeit im Dunkeln tappen und kaum Anhaltspunkte zu ihrem weiteren Schicksal haben, hatte man als Leser einen gewissen „Forschungsdrang“. Man wollte herausfinden, warum das alles passiert, man wollte „hinter die Kulissen“ schauen. Diese Tatsache hat mich so sehr in ihren Bann gerissen, dass ich wie eine Suchtkranke nach den nächsten Seiten gelechzt habe. So wurde auch die Spannung nahezu die ganze Zeit über aufrecht erhalten, es gab kaum eine Abschwächung, nur noch Anstiege, die ständig kurz vor dem Zerbersten waren und dann eine Überraschung nach der anderen preis gaben. Ich konnte mich kaum von einer Erkenntnis erholen und meine eigenen Gedanken dazu sammeln, da prasselten schon die nächsten Schocker auf mich ein. So oft hat mir meine innere Stimme mitgeteilt, dass es ja jetzt einfach nicht mehr spannender geht und schon wurde ich eines Besseren belehrt. Wenn man sich seiner Existenz, seines ganzen Lebens, seiner Freunde nicht mehr sicher sein kann, jedem misstraut und kaum mehr Licht im Dunkel sieht, ist das furchtbar, aber wenn man dann noch erfährt, dass alle Werte und Normen, die man je für wertvoll gehalten hat, eine glatte Lüge sind, ist das vernichtend. Alles wofür man steht wird in ein schwarzes großes Loch der Ausweglosigkeit gesogen und nur ein klitzekleiner Schimmer, ein Sonnenstrahl bleibt zurück – die letzte Hoffnung. Dieser tiefe Sinn und soviel Wahrheit für einen selbst, auch für unsere Gesellschaft und den Umgang mit unseren Mitmenschen, hat mich oft gedankenverloren zurückgelassen. Für mich war das Licht – die Sonne, die durch ihre wärmende Eigenschaft so manchen trüben Gedanken aus den Köpfen der Protagonisten vertrieben hat, die ganze Zeit über das Symbol der Hoffnung. Verrat spielt, wie schon der Titel sagt, eine bedeutende Rolle und das in vielerlei Hinsicht. Verraten durch die eigenen Leute, durch Freunde, Vertraute, aber auch der Verrat an sich selbst. Sich nicht mehr treu zu bleiben oder den Vorteil auf seine Seite zu ziehen – Opportunismus. All diese Dinge sind dem Leser nicht selten förmlich ins Gesicht gesprungen. Der krasse Unterschied zwischen „den Lieblingen“ und „den Prims“ wird zu jeder Zeit klar herausgearbeitet, jeder der Parteien hat ein ganz bestimmtes und fest verankertes Bild vor Augen und nur durch gemeinsame Erlebnisse wird an beiden Weltbildern gerüttelt. Die Grenzen verwischen langsam und es tritt Verständnis an die Stelle der Abscheu. Toleranz und das Ausräumen von Vorurteilen gehört zur gesamten Entwicklung des Buches dazu und das macht es mir noch um so viel mehr sympathisch, als es sowieso schon ist. Was bedeutet es überhaupt, einander Feind zu sein? Man wird doch erst zu Feinden gemacht, von der Obrigkeit oder den Lebensumständen oder furchtbaren Lügen. Was wäre, z.B., wenn sich Soldaten verfeindeter Armeen statt auf dem Schlachtfeld in einer Bar getroffen hätten, vielleicht wären sie die besten Freunde geworden?! Ich finde es wunderbar, dass die Autorin indirekt solche wichtigen, gesellschaftlichen Werte in den Verlauf der Geschichte einbaut.

Die Personen finde ich ebenfalls herausragend gelungen und absolut authentisch. Vor allem auch die Namenswahl der Sphärenbewohner ist richtig genial. Da es eine Vielzahl von wundervollen Charakteren gibt, beschränke ich mich auf:
Eleria – Sprachtalent, Rhethorikakrobatin, überzeugende Rednerin, hoher Grad an emotionaler Intelligenz, liest Menschen wie Bücher und ist Meisterin in Emotionskontrolle. Nummer 7 in der Rangfolge der besten Akademie im gesamten Sphärenbund. Doch das alles ist nicht mehr viel wert, als sie von einer Verschwörung erfährt und plötzlich mitten in einer verkappten Situation ist. Ich mochte sie schnell sehr gern, vor allem, weil ein riesiger Gerechtigkeitssinn ihre Persönlichkeit ziert. Sie ist stets auf das Wohl anderer bedacht, sehr mutig und in ständiger Abwägung ihrer Instinkte und Gefühle zu dem ganzen erlernten Wissen und Training aus der Sphäre. Sie ist sich ihrer Fähigkeiten nach wie vor bewusst und weiß diese absolut nützlich einzusetzen. Sie ist eine sehr intelligente junge Frau, die stets versucht alle Eventualitäten zu berücksichtigen. Sie ist keine Kämpferin, sondern eine kluge Taktikerin. Die Auffassungs- und Beobachtungsgabe, die sie besitzt, nutzt sie um die Menschen in ihrer Umgebung zu studieren, ihre Emotionen und Handlungsweisen bis zur Perfektion zu durchschauen und das gelingt ihr meist auch wirklich gut. Nicht zuletzt das Zusammenspiel von Intelligenz und Mitgefühl machen aus ihr eine absolut liebenswerte Person. Ich konnte mich die gesamte Zeit über super mit ihr identifizieren, was dem Lesevergnügen einen zusätzlichen Schwung verliehen hat. Ria macht eine deutliche Entwicklung durch, vom blauäugigen und gutgläubigem Mädchen, was loyal zu ihrer Sphäre steht und jeden Lügen straft, der etwas anderes behauptet, zu einer vorsichtigen, von Misstrauen geprägten und doch sehr verständnisvollen Frau, die selbst ihr nicht wohlgesinnten Prims, ein großes Level an Toleranz entgegenbringt. Sie hat Angst, grübelt oft und hegt große Zweifel an allem. Die Grenzen zu richtig und falsch, Gut und Böse, sind so ineinander verlaufen, dass die Lösung des Problems in weite Ferne zu rücken scheint. Trotz kleinerer Anflüge von Resignation, gibt sie nicht auf.

Das Ende ist nicht völlig unbefriedigend und hat keinen fiesen Cliffhanger. Trotzdem bin ich absolut euphorisch und wahnsinnig neugierig auf die Folgebände. Es war ein guter Abschluss für den ersten Band, macht aber unglaublich viel Lust auf mehr. MEHR MEHR MEHR!!!! Wann kommt Band? *hektisch umschau*

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Kurz und knapp: Geniales Meisterwerk, absolutes Mustread für Dystopiefans und alle anderen natürlich auch. LESEN!!! 

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Schreibstil
Personen
Geschichte
Emotionen    
Originalität 





Lieblingsbuchstatus



Kommentare:

  1. Das freut mich jetzt, dass es dir so gefallen hat. Dieses Buch ist mein Favorit dieses Jahr. In den verbleibenden 4 Wochen wird sich dies bestimmt nicht ändern :-)
    LG Jan

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  2. Mir war es stellenweise einfach zu langatmig... Es ist eigentlich immer etwas passiert, vielleicht wirkten die Stellen, an denen "weniger" passiert ist, deshalb so langweilig?
    Aber in allem anderen kann ich dir voll und ganz zustimmen.

    Tolle Rezension, Rebecca! (wie immer!!!) *g*

    Glg
    Steffi

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