>Interpretation< Fahrenheit 451 von Ray Bradbury

Multi-styled Text Generator at TextSpace.net

Multi-styled Text Generator at TextSpace.net

Taschenbuch: 192 Seiten 

Verlag: Heyne; Auflage: Überarb. Neuausgabe. (März 2000) 

Entstehungsjahr: 1953 (Original Englisch) 

Sprache: Deutsch 

ISBN-10: 3453164121 

ISBN-13: 978-345316412

Preis: 7 €
Ich habe mir dieses Buch gekauft, weil in „Die Tribute von Panem“ die Einheit in der Katniss und Co. kämpften Einheit 451 hieß und ich mich eine Weile gefragt habe, ob diese Nummer etwas Spezielles bedeutet. Ob nun Absicht oder nicht, war ich neugierig, als ich dieses Buch entdeckte, außerdem ist es in manchen Schulen im Lernstoff vorhanden als „Meisterwerk der Science-Fiction“.
Dies ist also auch keine normale Rezension, sondern hat eher etwas von einer kleinen Schulinterpretation. Ab und an werde ich mir die eine oder andere Schullektüre vornehmen und meine Gedanken dazu erläutern, ich hatte einen tollen Deutschlehrer, der uns oft die Sicht auf die Dinge anders vermittelt hat. Die langweilige Schullektüre erwachte fast zum Leben. Vielleicht hilft es dem einen oder anderen jüngeren Leser. ;)


Multi-styled Text Generator at TextSpace.net
451 Fahrenheit oder 232 Celsius - die Temperatur, bei der Papier verbrennt. Guy Montag ist Feuerwehrmann. Es ist seine Aufgabe, Bücher zu beschlagnahmen und zu verbrennen. Denn Bücher sind die Quelle allen Unglücks.


Zusammenfassung Inhalt:
Diese Buch wurde im Original 1953 von Ray Bradbury verfasst und 1963 erstmals ins Deutsche übersetzt. Fahrenheit 451 handelt von einer Gesellschaft in der Bücher streng verboten sind, das Besitzen und vor allem das Lesen. Stattdessen wird man von modernen Medien, schnellen Autos, Drogen und anderen „Freuden“ des Lebens an der Stange gehalten. Man erfährt einige Dinge über die Lebensumstände der Menschen, z.B. hat man keinen normalen Fernseher mehr, sondern ganze Wände zur täglichen Beschallung, Mildred (Guy Montags Frau) ist so vernarrt in diese Sachen, dass sie sich eine 4. Wand wünscht, obwohl sie schon 3 besitzen. Guy lernt unterdessen die junge Clarisse kennen, die eine völlige andere Weltanschauung hat, ihre ganze Familie scheint „anders“ zu sein. Guy Montag arbeitet als Feuerwehrmann, dessen Aufgabe es ist alle Bücher zu beschlagnahmen und zu verbrennen, denn sie seien die Quelle allen Unglücks. Eine Weile denkt er über die Richtigkeit seines Jobs, sogar seines ganzen Lebens nach und Clarisse bestätigt ihm so Manches. Bald darauf verschwinden Clarisse McClellan und die gesamte Familie. Angeblich seien sie weggezogen, nachdem Clarisse tödlich verunglückt ist. Schnell wird Montag klar, dass es sich hier nicht um einen Zufall handeln kann und glaubt nicht an einen Unfall. Nach einem folgenschweren Feuerwehreinsatz, bei dem sich eine Frau aus Liebe zu ihren Bücher mit eben diesen verbrennen lässt und er ein Buch mit nach Hause „schmuggelt“ sieht er weder den Sinn seiner Beziehung, noch der lärmenden Fernseherwände, seine Frau erscheint ihm wie eine Fremde, er möchte diese Grausamkeiten nicht mehr ausführen und wird neugierig, warum ein Mensch wegen Büchern freiwillig stirbt. Seinen Gedanken drehen sich um sein gesamtes Leben, er stellt alles in Frage. Nach einem Besuch seines Hauptmannes, der ihn eindringlich warnt, dass er alle Bücher, die er besitzt zu verbrennen hat, weil darin nur leere Worte stehen, die keinem etwas nützen und stets das Unglück der Menschen fördern, steht sein Entschluss fest. Er will den Büchern auf den Grund gehen. Das bei seinem letzten Einsatz unterschlagene, stellt sich als die Bibel heraus. Es ist jedoch nicht das Einzige, was Guy Montag mitgenommen hat, er besitzt bereits eine kleine Sammlung, die er „Millie“ bald nach dem Gespräch mit dem Hauptmann präsentiert. Sie will davon nichts wissen, alles verbrennen, sie will in ihrer Welt des flimmernden Fernsehens bleiben. Sie wollte auch vorher schon nie etwas von Guy's Geschichten aus dem Berufsalltag wissen, hat seine Gedanken oft abgewürgt, die sich um Bücher und die Falschheit seines Berufs drehten. Guy hingegen will die Bücher lesen, um sich zu beweisen, dass alles darin Unnütz ist, doch das gelingt ihm nicht. Er nimmt die Bibel und besucht Faber, einen pensionierten Literaturprofessor, der ihm eines Tages im Park begegnete und ihm seltsam willig offenbarte, dass er Bücher besitzt und mehr weiß. Dieser ermutigt ihn seine Einstellung beizubehalten, aber vorsichtig vorzugehen. Guy Montag bittet ihn um Hilfe und beschließt ein anderes Buch zur Verbrennung an den Hauptmann zu übergeben. Ausgestattet mit einer Sender-Empfänger-Wanze im Ohr, durch die Faber zu ihm sprechen kann, verlebt er noch einen Abend mit den Freundinnen seiner Frau, die diese kranke verdrehte Welt nur mehr widerspiegeln. Vor Wut und Enttäuschung über die törichten Damen, zückt er anscheinend im Anflug geistiger Umnachtung ein Buch und verliest ein Gedicht. Jegliche Rettungsversuche von Faber und seiner Frau scheitern, denn als er am nächsten Tag zur Arbeit geht, scheint der Hauptmann Beatty bereits Bescheid zu wissen. Diese Ahnung bestätigt sich, als er das Ziel der nächsten Verbrennung als sein eigenes Haus erkennt. Seine Frau stürmt heraus, sie und ihre Freundinnen haben ihn verraten. Zur Strafe soll er sein eigenes Haus mitsamt den Bücher mit einem Flammenwerfer niederbrennen. Als Beatty ihm außerdem mit der Verhaftung droht, richtet er den Flammenwerfer auf den Hauptmann und tötet ihn. Anschließend geht er zu Faber, der ihm zur Flucht durch den Fluss in die Wälder verhilft. Unterdessen veranstaltet die Polizei eine fulminante Hetzjagd gegen den Verbrecher Guy Montag, der systemwidrig gehandelt hat. Er hingegen ist in den Wäldern auf eine Gruppe von Systemkritikern gestoßen, ehemalige Professoren, Intellektuelle und Co, die Bücher in ihren Gedächtnissen behalten, um sie vor dem Vergessen zu bewahren, auch in Guy schlummern Teile der Bibel, die noch von Nutzen sein können. Mit Pauken und Trompeten sieht er seine eigene Verfolgungsjagd zu Ende gehen, in dem ein fremder Mann vor laufender Kamera von der Polizei niedergestreckt wird. Den Menschen präsentiert als Guy Montag. Schließlich bricht der Krieg herein und zerstört weite Teile der Heimatstadt von Montag. Nun zieht er gemeinsam mit den „Andersdenkern“ in Richtung Stadt, in der Hoffnung einen Neuanfang mit den Überlebenden zu beginnen zu können.

Multi-styled Text Generator at TextSpace.net
Zu Anfang hatte ich meine Probleme mich „reinzulesen“, erst nach einigen Seiten habe ich überhaupt verstanden wer wer ist und was genau abläuft. Das lag vor allem daran, dass z.B. erst von „einer Frau“ die Rede war und plötzlich „erfuhr“ man, dass es „seine Frau“ Mildred ist, die Frau der Hauptperson Guy Montag. Ich war wirklich sehr erstaunt über die Tiefe dieses Buches. Es ist 1953 verfasst und enthält soviel Wahrheit, die sich auch auf die heutige Zeit übertragen lässt. Nachdem ich es beendet hatte, schwirrten mir 1000 Gedanken im Kopf herum. Schon während des Lesens kam mir immer wieder das Schicksal dieser Frau in den Sinn, die mit ihren Büchern freiwillig gestorben ist. Wenn Bücher in unserer Welt nicht erlaubt wären, wäre ich definitiv nur ein halber Mensch, der unschätzbare Wert des geschriebenen Wortes ist uns sicher in einer Welt voller Bücher, aus jeder denkbaren Richtung, nicht bewusst. Ja, ich liebe meine Bücher und möchte jedes einzelne nicht mehr missen. Aber dafür zu sterben, weil man ohne sie nicht Leben kann, ist mir nur schwer verständlich. Angenommen aber, ich hätte nur noch ein Buch in meinem Besitz und das Besitzen und Lesen wäre verboten, was würde ich dafür tun, damit es mir nicht auch noch entrissen wird. Nun, das kann ich mit einer anderen mir gestellten Frage beantworten. Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen? Definitiv wenigstens ein Buch. :) Da dies im Vergleich zu einem Leben ohne Bücher harmlos ist, würde ich wohl für dieses letzte Buch auch ALLES tun. Wenn einem sonst nichts bleibt, man allein ist und sein letzter „Schatz“ einem genommen werden soll, ja vielleicht würde auch ich dann lieber sterben wollen. Wo wir bei den „Andersdenkern“ wären, die Montag in den Wäldern trifft. Wie um alles in der Welt können Menschen Bücher auswendig lernen? Ja, es ist ein Science-Fiction-Roman und sie haben „ihre Methoden“, dennoch habe ich mich gefragt, ob es nicht vielleicht möglich wäre!? Die Antwort ist ja. Ich habe lange darüber nachgedacht. Unser Gehirn ist zu viel mehr fähig, als wir denken, wir nutzen ja bekanntlich nur 10% davon. Das wahre Potenzial offenbaren uns oft Autisten. Dennoch habe ich auch in meinem näheren Umfeld Menschen getroffen, die nah dran waren oder sind ein Buch auswendig zu lernen und das nicht mit stundenlanger Arbeit. Ich kenne sogar sehr vielen Menschen, die Teile der Bibel auswendig können, wissen wo genau was steht usw. Das Stichwort ist hier wohl Interesse und der bloße Wille sich etwas merken zu wollen. Kommen wir also zurück zu DEM letzten sich in unserem Besitz befindenden Buch. Man würde sich daran klammern, es immer und immer lesen. Ich für meinen Teil kann mir Geschichten nahezu ewig merken und nach langer Zeit abrufen, je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr kommt auch wieder, liest man nun ein und dasselbe Buch andauernd, bin ich mir sicher, dass wir ALLES und zwar jedes Detail abspeichern könnten und wieder abrufen! Denn wo ein Wille ist, ist bekanntlich auch ein Weg. Wunderwerk Mensch.
Weiterhin hat mich das WARUM beschäftigt. Warum sollte „die Obrigkeit“ Bücher verbieten und die Meinung vertreten, dass Bücher der Quell allen Unglücks ist!? Was veranlasst derartige Gedanken? Eigentlich ist es einfach...Macht/ Kontrolle!! Im Laufe der weiteren Geschichte erfährt man folgende Anschauung der Regierung/ Staatsoberhäupter. Menschen sollten nicht denken, sie sollten keine freie Zeit zum nachdenken verschwenden und sich nichts aneignen, um sich eines Anderen überlegen zu fühlen. Durch die Geschichten in Bücher könnten sich bestimmte Minderheiten angegriffen fühlen, sie könnten unglücklich werden, weil sie sich in einer Geschichte oder einem Gedicht wiedererkennen, angesprochen fühlen, somit sind Bücher der Keim allen Unglücks. Weiterhin könnte man sich durch sein, aus Büchern erworbenes, Wissen hervorheben, sich für etwas Besseres halten, sich über andere Stelle, sie erniedrigen und somit das Unglück seines Gegenübers heraufbeschwören. Wird man hingegen Tagein Tagaus beschallt und berieselt von Banalitäten aus den Fernsehwänden „der Familie“, wie sie genannt wird, hat man keine Zeit für derlei tiefgründige Gedanken, denn Denken ist nicht erwünscht, Denken führt zu Unmut. Eine gefügige dumme Gesellschaft macht keinen Ärger, denn bekanntlich haben „dumme Menschen“ ein leichteres Leben, sie machen sich keine Gedanken und wer nicht denkt, wünscht keine Veränderung, weil er keine Fehler sieht, wer keine Veränderung wünscht wird keinen Fortschritt erreichen. Stillstand bringt Ruhe, Ruhe bringt Frieden. Sind wir nicht auch mittendrin, Sinnesüberflutungen soweit das Auge (Ohr, Nase, Mund....;)) reicht. Gibt es nicht schon genügend Menschen, die es LANGWEILIG finden, überhaupt zu lesen oder sich gar zu bilden!? Stattdessen lassen sie sich lieber Tagein Tagaus von der „Flimmerkiste“ beschallen, „Zocken“ alle Arten von Videospielen, fahren im Geschwindigkeitsrausch, verleiben sich berauschende Substanzen ein usw. Ist unsere Gesellschaft nicht vielleicht schon die von Ray Bradbury beschriebene? Uns müssen Bücher nur nicht verboten werden, weil es schon viel zu viele Menschen gibt, die sich nicht mehr die Zeit für die kleinen Freuden im Leben nehmen. Schnell, Laut, Grell und vor allem krank ist die Menschheit. Das zeigt sich nicht zuletzt im Anstieg von Depressionen und Co., auch das kommt im Buch bereits vor oder warum hat sich Mildred „aus Versehen“ eine Überdosis Schlaftabletten „genehmigt“? Unsere Sinne sind täglich derart mit Informationen überflutet, dass wir eigentlich für die wirklich wichtigen Dinge keinen Platz mehr haben können. Wie vielen Menschen sind unfähig sich mit ihren Kindern abzugeben oder sogar ihr eigenes Leben auf die Reihe zu bekommen. Wie viele Menschen sind mit dem Job überfordert? Beziehungsunfähig? Es gibt noch eine unsagbare lange Liste von wichtigen Dingen, die wir verlernt haben bzw. für die unsere Gehirne bald keinen Platz mehr finden. Aber so etwas ist für eine Regierung das Nonplusultra, denn es ist einfacher eine Horde Willenloser Dummköpfe zu beherrschen als Menschen, die nach Veränderung schreien, die selbstständig denken und sich wehren können. Selbst ich merke es im Beruf, denken und fragen ist kaum noch erwünscht. Gut ist der, der fleißig und ohne Fragen seine Arbeit verrichtet. Es ist nicht mehr wichtig WARUM man etwas tut, sondern DAS man es tut. Das ist mehr als traurig. Und wir sind nah dran an diesem von Bradbury „Zukunftsszenario“.
Zum Abschluss ein Zitat aus dem Buch, dass mich wirklich bewegt hat. Es geht hierbei um den Vogel Phönix, uns Menschen und den Krieg:

So ein alberner Vogel, ein sogenannter Phönix, den es ganz früher einmal gab. Alle paar Jahrhunderte baute er sich einen Scheiterhaufen und verbrannte sich selber. Muß ein naher Verwandter der Menschen gewesen sein. Aber jedesmal, wenn er sich verbrannte, entsprang er neugeboren wieder der Asche. Es hat den Anschein als machten wir es ebenso, immer wieder, nur in einem sind wir dem Phönix voraus. Wir wissen was wir da eben getan haben. Wir wissen über all den Wahnsinn Bescheid, den wir seit tausend Jahren angerichtet haben, und solange wir das wissen und es uns immer wieder vor Augen führen, besteht Hoffnung, daß wir eines Tages doch einmal aufhören, diesen verdammten Scheiterhaufen zu errichten und mitten hinein zu springen. Jede Generation sind es ein paar mehr Menschen, die sich erinnern.“

Dieses Zitat ist so unglaublich treffend für unsere armselige Spezies. Nur der letzte Satz mit der Hoffnung ist, in meinen Augen, hinfällig. Für uns Menschen gibt es keine Hoffnung mehr, denn egal wie viele sich erinnern, es wird sich niemals etwas ändern, solange es uns Menschen gibt und wir nach Macht streben, sind wir verloren. Die jüngsten Geschehnisse zeigen uns doch schon den nächsten Scheiterhaufen, aber es besteht die Hoffnung, dass wir irgendwann nicht mehr neugeboren der Asche entspringen, sondern zu Grunde gerichtet still bleiben. Wirklich schade!

Jetzt aber wirklich ZULETZT ;), möchte ich nochmal auf die Verbindung mit den Tributen von Panem zurückkommen. Ich bin immer wieder überrascht wie viel Tiefe diese Bücher haben. Nach Fahrenheit 451 glaube ich zu wissen, warum die Autorin die Einheit um Katniss so genannt hat. Ein Buch fängt bei 451° Fahrenheit Feuer, „Feuer fangen“ „das Mädchen, dass in Flammen steht“. Das Feuer bzw. das Feuer fangen ist der erste Bezug, der zweite ist der Kampf um Freiheit, der Kampf um den eigenen Willen. Guy Montag und Katniss kämpfen für das Gleiche und die Obrigkeiten sind sich auch nicht so unähnlich. ;)

Wenn einer bis hierhin gekommen ist...Danke fürs Lesen...und ich lese sehr gern auch andere Gedanken dazu. ;)

Kommentare:

  1. Habe jetzt gerade mal deine Interpretation zu dem Buch gelesen und es ganz oben auf meine WulI gepackt, ich glaub, dass es defintiv auch etwas für mich ist. Wäre ich deine Lehrerin, würdest du von mir eine 1 * bekommen, da ich dies aber nicht bin, bekommst du dafür das <3 <3 <3

    AntwortenLöschen
  2. Danke für deinen Beitrag, ich wollte mich eigentlich nur noch mal über das Buch schlau machen, weil ich morgen darüber meine Englischklausur schreibe und leider keine Zeit hatte mich damit zu befassen. Als ich gelesen hab, dass du Fahrenheit gelesen hast wegen Katniss' Einheit war ich schon hin und weg :) Du hast mir echt geholfenund mir einen neuen Sichtpunkt gegeben DANKE '___'

    AntwortenLöschen

Translate